MUNDSCHUTZ UND ABSTANDSGEBOT

Anklam will strengere Kontrollen der Corona-Regeln

Mal schnell einen Kaffee oder ein Eis holen – Mundschutz ist da eher zweitrangig. In Anklam will jetzt das Ordnungsamt durchgreifen.
In Anklam will das Ordnungsamt nun ganz genau hinschauen, ob die Corona-Regeln auch eingehalten werden.
In Anklam will das Ordnungsamt nun ganz genau hinschauen, ob die Corona-Regeln auch eingehalten werden. Stefan Sauer
Anklam.

Niedrige Infektionszahlen, und zum Glück noch weitaus weniger Todesfälle: Die meisten Vorpommern haben die Corona-Pandemie bislang glimpflich überstanden. Wohl auch deshalb zeichnet nun ab, dass bei einigen der Umgang mit den gelten Verordnung etwa zum Tragen von Mund- und Nasenschutzmasken, sowie den Abstandsgeboten eher sorglos erfolgt.

In Anklam will das Rathaus jetzt stärker durchgreifen und kündigt ab der kommenden Woche strenge Kontrollen an – gefolgt von Bußgeldern. Ein Unternehmen am Anklamer Marktplatz sei zudem bereits abgemahnt worden, erklärt Bürgermeister Michael Galander. Bei den nun angekündigten Kontrollen könnten gerade Einzelhändler mit empfindlichen Strafen rechnen, sollten sie die Regeln etwa im Verkauf missachten, sagt er. Als letztes Mittel könnten Betriebe sonst auch geschlossen werden, warnt das Stadtoberhaupt.

Auch Kunden müssen mit 150 Euro Bußgeld rechnen, sollten sie etwa beharrlich ohne Mundschutz in den Läden einkaufen gehen. „Die Zeit der netten Hinweise ist vorbei. Die geltenden Regeln sollten wohl jedem bekannt sein“, sagt Galander. Bei der Umsetzung der Maskenpflicht und der Abstandsgebote sollen zudem die Ordnungsamtsmitarbeiter die Geschäftsinhaber nicht nur kontrollieren sondern auch unterstützen. Beleidigungen und Diskussionen, sowie dem permanenten Missachten der Regeln soll so entgegengewirkt werden.

Partnerstadt ein großer Corona-Hotspot

Doch wie kommt es zu dem Sinneswandel? Zum einen resultiere die Ansage, die nun in der Leitungsrunde im Rathaus getroffen wurde, aus den Erfahrungen der vergangenen Wochen im Anklamer Stadtbild – speziell in der Innenstadt aber auch in anderen Stadtbereichen, erklärt der Bürgermeister.

Zum anderen beobachte er mit Sorge die aktuelle Entwicklung in Anklams Partnerstadt Heide. Diese wird gerade zu einem der großen Corona-Hotspots in Deutschland. Quasi über Nacht seien dort die Fallzahlen so sehr in die Höhe geschnellt, dass nun auch wieder weitgreifende Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionen im gesamten Kreis Dithmarschen diskutiert und umgesetzt werden.

„Vorher hatte die Region ähnliche Fallzahlen wie wir in Vorpommern. Vermutlich erkrankte Urlaubsrückkehrer und eben unvorsichtiges Verhalten haben nun zu dem starken Anstieg geführt“, erklärt Galander, der mit seinem Amtskollegen aus Schleswig-Holstein im regelmäßigen Kontakt steht. „Die Situation dort zeigt uns, wie schnell sich Dinge entwickeln können. Wir dürfen uns nicht zu sicher sein, sondern müssen weiter achtsam sein, um ähnlichen Szenarien möglichst vorzubeugen. Das wäre am Ende auch im Sinne der Händler und Lokale“, wirbt der Bürgermeister um Verständnis.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Anklam

Kommende Events in Anklam (Anzeige)

zur Homepage