UMWELTSCHUTZ

Anklamer ärgert sich über Unkraut vor der Haustür

Gerhard Bartelt hat ziemlichen Wildwuchs vor seinem Haus. Die Fläche gehört der Stadt, und die erklärt, warum dort nur selten gemäht wird. Stichwort: Insektenschutz!
Die Mahd dieser Grünfläche am Stadtwald erfolgt nicht in der Häufigkeit, wie von einem Anwohner erhofft.
Die Mahd dieser Grünfläche am Stadtwald erfolgt nicht in der Häufigkeit, wie von einem Anwohner erhofft. Dennis Bacher
Anklam.

Gerhard Bartelt aus Anklam hat Probleme mit der Grünfläche vor seinem Haus am Anklamer Stadtwald. Wildblumen und Wildkräuter ragen dort neben dessen Einfahrt aus einem Trockenrasen empor – ein Blütenflor, der laut Sylvia Thurow von der Stadt Anklam zur Freude der Anwohner und als Nahrungsgrundlage der Insekten dienen soll. Doch offenbar findet nicht jeder Freude an diesem Biotop. Der 73-jährige Bartelt glaubt, die Stadt hätte das Grün nicht im Blick.

Probleme ziehen sich seit Jahren hin

Im Gespräch mit dem Nordkurier erklärt Bartelt, er habe sich auf Absprache mit der Stadt einst selbst um die Grünfläche gekümmert. Aus Altersgründen sah er sich vor drei Jahren aber außerstande, das Areal weiterhin zu pflegen. „Ich habe der Stadt mitgeteilt: ‚Ihr müsst das künftig gestalten‘“, sagt Bartelt. Die Grünfläche werde seitdem vernachlässigt, sagt er.

„Die Probleme mit dieser Fläche ziehen sich bereits über mehrere Jahre hin“, teilt Bauamtschefin Thurow mit. Ursprünglich als Containerstellplatz für Sperrmüll und Recycling genutzt, sei sie vor einigen Jahren mit bodendeckenden Gehölzen bepflanzt worden. „Herr Bartelt bat aus gesundheitlichen Gründen, die Pflege an die Stadt abzugeben und um die Beseitigung der Gehölze, die mittlerweile sehr groß waren“, so Thurow. Es erfolgte die Rodung und das Anlegen einer Grünfläche.

Zweimal im Jahr wird die Grünfläche gemäht

Gemäht wird seitens der Stadt laut Sylvia Thurow zwar nicht in der von Bartelt gewünschten Häufigkeit, doch immerhin zweimal pro Jahr, was einem Beschluss der „insektenfreundlichen“ Hansestadt Anklam entspreche. Die erste Mahd findet aus Gründen des Insektenschutzes nach der ersten Blütentracht statt, der zweite Pflegegang im Spätherbst. „Zurzeit stellt sich die Fläche als wertvolles Habitat dar, besonders für Hummeln, Wild- und Honigbienen“, sagt Thurow.

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