ÖKO-AKTION

Anklamer Bäckerei gegen Einwegbecher

Wer den eigenen Thermobecher dabei hat, kann in Zukunft beim Kaffee in Anklam sparen. „Das ist ein kleine Hilfe für den Klimaschutz”, sagt Bäckerei-Chefin Melanie Grützmann. Und die Geschäftsfrau hat noch eine andere Idee zum Thema: den „Anklam-Becher”.
Anne-Marie Maaß Anne-Marie Maaß
Der Griff zum eigenen Thermo-Becher: Gerade viele Bauarbeiter hätten sich in wenigen Tagen der Aktion angenommen und nutzen die Chance, bei der Kaffeepause zu sparen, sagt Melanie Grützmann.
Der Griff zum eigenen Thermo-Becher: Gerade viele Bauarbeiter hätten sich in wenigen Tagen der Aktion angenommen und nutzen die Chance, bei der Kaffeepause zu sparen, sagt Melanie Grützmann. Anne-Marie Maaß
Anklam.

Klimaschutz ist derzeit in aller Munde – wortwörtlich auch bei der Bäckerei Grützmann in Anklam. Was die hippen Cafés in Berlin können, geht doch auch in Vorpommern, hat sich dort Chefin Melanie Grützmann gedacht und versucht nun kurzerhand, die Einwegbecher für den Kaffee zum Mitnehmen auf ein Minimum zu reduzieren.

Dass da auch die Anklamer mitziehen, davon ist sie überzeugt, immerhin der „Coffee to go” also zum Mitnehmen im eigenen Thermo-Becher hat einen unschlagbaren Preisvorteil. Wer einen dabei hat bekommt auf den Kaffee nun glatt 20 Cent Rabatt. Im Gegenzug müssen Freunde des herkömmlichen nur einmal zu benutzenden Pappkameraden 20 Cent draufzahlen.

Achtloser Umgang regte zum Nachdenken an

Melanie Grützmann zieht nach der ersten Woche der Aktion bereits ein positives Fazit. „Gerade viele Bauarbeiter haben sich sofort drauf eingestellt. Immerhin holen sie sich ja oftmals auch nicht nur einen Kaffee am Tag bei uns. Da macht sich der Preisvorteil schon bemerkbar”, sagt sie.

Vor allem der unbedachte Umgang mit der Wegwerf-Becher hat sie zum Umdenken gebracht. „Viele haben sich bislang den Kaffee geholt und den dann noch direkt vor der Tür bei einer Zigarette ausgetrunken. Da hätte es auch eine normale Tasse getan”, sagt sie. Welche Unmengen an Becher, in der Bäckerei in einer Woche zusammenkommen hat sie vor allem immer beim Einkauf gesehen. Natürlich sei beim Thema Klimaschutz durch einen einzelnen kein spürbarer Effekt zu erzielen. Dennoch: „Wir sollten uns schon jeder für sich selbst fragen: 'Was kann ich für den Klimaschutz ganz konkret leisten'", sagt sie.

Kommt bald der „Anklam-Becher”?

Die 35-Jährige hofft nun, dass aus der Aktion in ihrer Bäckerei vielleicht auch eine gemeinsames Projekt in der Stadt werden könnte. „Andere Orte, etwa auf der Insel Usedom, sind da schon weiter und denken über einen eigenen Mehrweg-Becher nach. Warum könnte es so etwas nicht auch in Anklam geben”, fragt sie. Der praktische „Anklam-Becher” zum Mitnehmen könnte etwa in der Anklam-Info zum Kauf angeboten werden, regt die Geschäftsfrau an. „Es gibt doch mittlerweile viele, die auf ihre Stadt stolz sind. Und auch Besucher und der Stadt und ehemalige Anklamer würden einen Thermobecher als Andenken sicherlich kaufen”, ergänzt sie.

Sie hofft nun darauf, dass sich noch Mitstreiter finden und ein schick-gestalteter Anklam-Becher vielleicht sogar zu einem Markenzeichen der Stadt werden könnte – das hilft dem Klimaschutz uns sei gleichzeitig auch noch Werbung für die Stadt an der Peene.

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