SENSIBLE DATEN IM MÜLL

Anklamer Datenpanne: Wurden die Unterlagen gestohlen?

Dem Inhaber des ehemaligen Anklamer Anglertreffs wurde vorgeworfen, sensible Kundendaten in einem öffentlichen Müllcontainer entsorgt zu haben. Er meint nun aber, die Unterlagen seien ihm gestohlen worden. Von den Nachbarn.
Dennis Bacher Dennis Bacher
In diesen Mülltonnen befanden sich zahlreiche sensible Daten des Anglerladens.
In diesen Mülltonnen befanden sich zahlreiche sensible Daten des Anglerladens. Dennis Bacher
Relzow.

Andreas L. war bis zum 1. November Inhaber des Anglertreffs am Neuen Markt in Anklam. Den Laden gibt es nun nicht mehr. Und auf Andreas L. könnte ein Ordnungswidrigkeitsverfahren zukommen. Der Verdacht: Der Mann aus Relzow soll zahlreiche Kundendaten veruntreut haben, indem er sensible Unterlagen in einer öffentlichen Papiertonne entsorgte. „Stimmt nicht“, sagt Andreas L. jetzt und stellte bei der Polizei Strafanzeige wegen Diebstahls eben jener Unterlagen.

Eine Anwohnerin aus Relzow entdeckte zuletzt zahlreiche Dokumente des Anglertreffs in einem Papiercontainer, nahm diese mit nach Hause und wandte sich damit an den Nordkurier. Die Akten, die sich obenauf im Behälter befunden haben sollen, wurden von der Polizei Wolgast sichergestellt. Unter anderem sollen sie Namen und Anschriften einiger Kunden des Ladens beinhalten. Der Landesdatenschutz prüft derzeit die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens gegen L.

Er habe die Dokumente nie in den Container verfrachtet, teilte Andreas L. nun dem Nordkurier mit. Eine Kiste, in der sich die Unterlagen befanden, sei am Sonntag von seinem eigenen Grundstück gestohlen worden. Zwischen 16 und 18 Uhr müsse das gewesen sein. Den Karton hatte er dem Vernehmen nach unter dem Carport zwischengelagert, während er sein ehemaliges Geschäft in Anklam ausräumte. Einen Verdacht, wer die Kiste entwendet haben soll, hat der Mann ebenfalls: die Nachbarn.

Nachdem Andreas L. vor 14 Jahren in den Ortsteil Relzow gezogen war, habe sich, so sagt er, mit der Zeit ein herber Streit mit bestimmten Anwohnern entwickelt. Es sei dabei um Grundstücksangelegenheiten oder kleinere Beschädigungen am Gartenzaun gegangen. Alles an sich eigentlich nicht der Rede wert, doch habe sich das Ganze über die Jahre hochgeschaukelt, erklärt L. Nun ist sich der Relzower sicher: Diese Nachbarn wollten ihm ein Ei ins Nest respektive die Dokumente in die öffentliche Tonne legen.

Dem Vorwurf der Polizei, er hätte die sensiblen Dokumente nicht in der Garage stehen lassen sollen, entgegnet L. mit den Worten: „Auf meinem Grundstück hat keiner etwas zu suchen.“ Die Nachbarn, die von L. verdächtigt werden, dürften sein Grundstück sowieso nicht betreten.

Nun ist Andreas L. gespannt, was die Polizei bezüglich des von ihm vermuteten Diebstahls herausfinden kann. Gleichzeitig wartet der ehemalige Inhaber des Anglertreffs auf den Anruf des Beauftragen für Datenschutz in Schwerin. Mit den Nachbarn, das macht der Mann indes deutlich, will er künftig kein Wort mehr reden.

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