PROTEST GEGEN INFEKTIONSSCHUTZGESETZ

Anklamer Galgen-Mann auf Corona-Demo in Berlin

Zu Demonstrationen gegen das verschärfte Infektionsschutzgesetz reisten auch Teilnehmer aus Mecklenburg-Vorpommern an. Auch bekannte Rechte wurden gesichtet.
Aus der Anklamer Neonazi-Szene reiste auch Mirco G. an.
Aus der Anklamer Neonazi-Szene reiste auch Mirco G. an. Kai Horstmann
Der Ex-NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt kam mit Maske und zahlreichen NPD-Funktionären.
Der Ex-NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt kam mit Maske und zahlreichen NPD-Funktionären. Kai Horstmann
Auch Trump-Fans waren vor Ort.
Auch Trump-Fans waren vor Ort. Kai Horstmann
Während im Bundestag über das neue Infektionsschutzgesetz abgestimmt wurde, demonstrierten davor Kritiker der Corona
Während im Bundestag über das neue Infektionsschutzgesetz abgestimmt wurde, demonstrierten davor Kritiker der Corona-Maßnahmen. Kai Horstmann
Berlin.

Während im Reichstagsgebäude die Bundestagsabgeordneten aller Parteien über das umstrittene dritte Gesetz „zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite” debattierten und abstimmten, äußerten Bürger und Initiativen verschiedenster politischer Richtungen auf mehreren Hauptstadt-Demos ihren Unmut gegen das Gesetz. Zehntausende versammelten sich rund um das Brandenburger Tor und in der Umgebung – darunter auch Mitglieder der Neonazi-Szene Mecklenburg-Vorpommerns.

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Ex-NPD-Kader aus Anklam

Gesichtet wurde auch der Ex-NPD-Kader Mirko G. aus Anklam. Er hatte im Jahr 2016 mit einem selbstgebastelten Galgen auf einer Demo gegen die Einwanderung von Flüchtlingen für Aufsehen gesorgt. Beim gestrigen Protestzug mischte er sich allerdings unauffällig unter die Leute.

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NPD-Führung vor dem Brandenburger Tor

Auch aktuelle NPD-Führungskader waren vertreten: Kurz nach Mirko G. betrat der ehemalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt die Szenerie am Brandenburger Tor, im Gefolge NPD-Bundesgeschäftsführer Klaus Baier. Abstruse Szene am Rande: Nur ein paar Meter weiter beteuerte ein Corona-Maßnahmen-Skeptiker mit einem Schild gegen das Infektionsschutzgesetz, dass es auf dieser Demo „keine Nazis” gäbe.

Die Mischung der übrigen Demonstranten: Friedensbewegte, Trump-Fans, Impfgegner, Unterstützer der Querdenken-Bewegung, christliche Gruppen, Normalbürger. Auch Corona-Maßnahmen-Kritiker aus Mecklenburg-Vorpommern hatten sich im Vorfeld der Demo in Gruppen organisiert und waren teilweise schon in der Nacht nach Berlin aufgebrochen, um dort gegen das umstrittene Gesetz zu protestieren.

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Kommentare (10)

Passt es nicht ins gewünschte mediale Bild der Demo, wenn man von den vielen normalen Menschen, Familien, Eltern mit Kindern berichtet, welche vermutlich den Großteil der Veranstaltung ausmachten? Das würde dann ja bedeuten, daß man die mit dem Wasserwerfer wegblasen wollte.

Die wurden doch auch interviewt. Solche Berichte liest doch jeder nur bis zum zweiten Satz.
Weggeblasen wurde niemand.

sind halt auf dem rechten Auge blind, die Coronaleugner!

Irgendwie hat man bei der letzen Säuberung dich vergessen und du ächzt nun wie eine angeschossene Wildsau. Welcher Farbengattung gehörst du an, vielleicht Violett? Die Farbe die kurz vor dem Verfallsdatum eintritt und in totaler Fäulnis endet.

Alle Ihre Kommentare sind abwertend, diskreditierend, beleidigend und sachlich falsch. Es drängt sich der Eindruck auf, sie werden in journalistischem oder staatlichen Auftrag geschrieben. Ein echter Pommer sind Sie vermutlich nicht. Denn Vorpommern steht für Zurückhaltung, Neutralität und offenes Denken, wie das Meer.

Da nutzt auch nicht der lyrische Ausflug ans Meer.

Gruß aus Mecklenburg

Obwohl Sie sich als KommentarLESER ausgeben.
Da sollte man sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Schauen Sie sich mal die Wahlergebnisse der letzten 10 Jahre auf der Karte an. Mecklenburg und Vorpommern werden nur noch verwaltungstechnisch zusammen gehalten. Nach 20 Jahren SPD Ministerpräsidenten geht längst ein Bruch durchs Land. Die Region ist abgehängt. Ohne Greifswald und Heringsdorf, die mit Zuzug aus dem Westen nicht die Region repräsentieren, wäre es längst ein eigenes Bundesland. In Mecklenburger versteht man sowas natürlich nicht. Muss alles RECHTS sein. Aber Hauptsache Pommernschädel. Das Pseudonym an sich ist eine Beleidigung für einen richtigen Pommern.

Wasserwerfer waren erst der Anfang, was folgt als nächstes?

muss mit den Konsequenzen leben. Wer sich ohne Abstand, ohne Maske versammelt und sich weigert, eine beendete Demo zu verlassen, verstößt gegen das Gesetz. Da muss die Polizei durchgreifen. Zum Glück hat sie das wenigstens dieses mal auch getan. Wasserwerfer hab ich schon ganz anders im Einsatz gesehen. Wusste gar nicht, dass die Dinger auch einen eher harmlosen Sprühmodus haben.