JUGENDPARLAMENT MACHT RÜCKZIEHER

Anklamer Jugendliche bekommen (noch) keinen Grillplatz

Aus dem JuPa-Wunsch vom Grillen an der Peene wird vorerst nichts. Ein Antrag wurde nach massiver Kritik zurückgezogen und stand in der Sitzung der Stadtvertreter erst gar nicht zur Debatte. Doch ans Aufgeben denkt der Polit-Nachwuchs nicht.
Wird auf dieser Betonfläche am Nordufer der Peene künftig gegrillt?
Wird auf dieser Betonfläche am Nordufer der Peene künftig gegrillt? Dennis Bacher
Für den Grillplatz hat das Jugendparlament nun einen Standort östlich der Fußgängerbrücke ins Auge g
Für den Grillplatz hat das Jugendparlament nun einen Standort östlich der Fußgängerbrücke ins Auge gefasst. Dennis Bacher
Anklam.

Am Anklamer Bollwerk wird es vorerst keinen öffentlichen Grillplatz geben. Der Antrag zur Errichtung einer Grillstelle an der Peene wurde in der jüngsten Stadtvertretersitzung von seinen Einreichern zurückgezogen. Zu groß war die Kritik im Vorfeld. Das Jugendparlament (JuPa), auf dessen Initiative hin das Thema überhaupt erst in die Stadtpolitik gelangte, will nach der erneuten Klatsche aber nicht aufgeben. „Grillplätze bleiben weiter ein Thema in Anklam“, stellte JuPa-Vorsitzender Domenik Thrun klar.

Bier und Bratwurst an der Peene, ein Treffpunkt für alle Generationen – das hatten sich die Nachwuchspolitiker gewünscht. Seit zwei Jahren wird das Thema nun schon kontrovers diskutiert, bereits zum dritten Mal stand es auf der Tagesordnung der Stadtvertretung. Die SPD hatte einen entsprechenden Antrag gemeinsam mit der CDU und der Linken-Fraktion eingereicht. Das Projekt sollte sich zunächst in einer einjährigen Testphase bewähren. Daraus wird nach dem kurzfristigen Rückzieher der Fraktionen nun aber nichts.

Bessere Aussichten beim nächsten Versuch

SPD-Vorsitzender Dr. Uwe Schultz begründete die Entscheidung mit der geringen Aussicht auf eine Mehrheit in der Stadtvertretung. Der Antrag wurde zuvor bereits von allen städtischen Ausschüssen abgelehnt. Steffen Göritz, Fraktionschef der CDU, erklärte als Miteinreicher, die Christdemokraten würden sich dem Rückzug anschließen, mit der Hoffnung auf bessere Aussichten bei einem erneuten Versuch. Linken-Vorsitzende Monika Zeretzke sagte: „Es bringt nichts, den Antrag jetzt ohne Aussicht auf Mehrheit durchzuboxen.“ Göritz und Zeretzke lobten aber wiederholt den Eifer des JuPas: „So viel Engagement für ein Anliegen habe ich in der Anklamer Stadtpolitik lange nicht erlebt“, so der CDU-Chef.

Der Rückzug sei im Einvernehmen mit dem Jugendparlament erfolgt, erklärte Domenik Thrun. Bereits Anfang Juli wollen sich die jungen Politiker aber mit Teilnehmern aller Fraktionen aus der Stadtpolitik an einen Tisch setzen, um zu diskutieren und gegebenenfalls gemeinsam einen einwandfreien Antrag auszuarbeiten.

Nun muss ein Kompromiss gefunden werden

In den Ausschüssen wurde zuletzt vor allem die Vorlage von SPD, CDU und Linken kritisiert. Diese sei „viel zu schwammig und ungenau formuliert“, benannte Christian Schröder (IfA) das Problem. Er machte aber deutlich, die Idee der Jugendlichen nicht im Keim ersticken, sondern vielmehr mit ihnen in den Dialog treten zu wollen. Laut Thrun sei man froh darüber, dass sich die IfA trotz ihrer Gegenstimmen in den Ausschüssen nicht komplett gegen das Projekt sträubt, sondern gesprächsbereit ist. Nun gelte es, einen Kompromiss zu finden, der eine Mehrheit finden kann. Vor allem der genaue Standort sei zu klären.

Die Jugendlichen haben eine neue Stelle gefunden

Ins Auge gefasst hatten die Jugendlichen ursprünglich die kleine Rasenfläche am Nordufer der Peene. Diese Fläche scheint nun aber so oder so vom Tisch, denn die Stadt ist im Begriff, dieses Grundstück zu verkaufen. Das JuPa hat inzwischen einen Ersatzstandort östlich der Fußgängerbrücke am Nordufer ins Auge gefasst. Auf der Betonfläche, die vor allem als Parkplatz genutzt wird, sei auch die Brandgefahr im Vergleich zu einer Rasenfläche gemindert.

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