Kommunalwahl
Anklamer Jugendliche nehmen Politiker ins Verhör

Die Antworten der Kandidaten auf die Fragen der Gymnasiasten wurden in kurzen Vorträgen ausgewertet.
Die Antworten der Kandidaten auf die Fragen der Gymnasiasten wurden in kurzen Vorträgen ausgewertet.
Matthias Diekhoff

Wer Fragen stellt, bekommt zumeist auch Antworten. Wie hilfreich die dann sind, steht auf einem anderen Blatt. Diese Erfahrung haben jetzt Schüler des Anklamer Gymnasiums mit den Kandidaten für die Kreistagswahl gemacht.

Jugendliche unter 16 Jahren dürfen bei der Kommunalwahl am 26. Mai zwar noch nicht an die Urne treten, aber fragen, was die entsprechenden Kandidaten für sie tun könnten, dürfen sie schon. Einige Schüler des Anklamer Lilienthal-Gymnasiums haben es getan.

Mit Hilfe von Lars Tschirschwitz vom Anklamer Demokratieladen hatten sie bereits vor einigen Wochen einen Fragenkatalog erstellt und an alle Parteien, Wählergemeinschaften und Einzelbewerber verschickt, die bei den kommenden Wahlen für den Kreistag antreten. Bis auf NPD und AfD haben auch alle geantwortet. Die Schüler wiederum hatten sich dann einige Themen her-ausgesucht und die Antworten ausgewertet. Mit zum Teil erstaunlichen Ergebnissen.

So herrschte bei der Frage nach besseren Busverbindungen zwischen den Dörfern der Region unter den Gefragten nahezu Einigkeit darüber, dass dieses Problem vor allem mit Rufbussen nach dem Vorbild des "Ilse-Busses" gelöst werden könnte, der bereits im Bereich Jarmen-Tutow-Loitz erfolgreich unterwegs ist. Das kleine Problem dabei: Die wenigsten Anklamer Schüler konnten mit dem Begriff Ilse-Bus etwas anfangen.

Bei der Frage nach mehr und besseren Freizeitangeboten wie Jugendclubs und Freizeittreffs haben die gefragten Kandidaten dann den Spieß umgedreht. Da sie ja nicht wüssten, was den Jugendlichen fehlt, sollten diese doch zunächst ihre Wünsche äußern und möglichst auch selbst aktiv werden. Offen blieb aus Sicht der Schüler jedoch, wer sich nach der Wahl noch dafür interessiert. Einige befragte Kandidaten meinten auch, dass es bereits viele Angebote für junge Leute gibt, die stärker genutzt werden müssten.