Wahlfroum

Anklamer Kandidaten haben große Pläne

Schulentwicklung, Ikareum, Schwimmhalle – überraschend einig sind die Spitzenkandidaten für Anklam, wenn es darum geht, die großen Themen für die kommenden fünf Jahre zu benennen. Mehr Gemeinsamkeit ist dann auch ein Wunsch für die bevorstehende Zusammenarbeit in der Anklamer Stadtvertretung. Die sieben Kandidaten blieben jedoch bei der Podiumsdiskussion des Nordkurier und der Stiftung „Zentrum für Friedensarbeit“ oftmals auch Antworten auf die Frage schuldig, wie ihre Ideen finanziell untersetzt werden sollen.
Philipp SchulzMatthias Diekhoff Philipp SchulzMatthias Diekhoff
Die sieben Kandidaten mit Moderatorin Anne-Marie Maaß (links) vom Nordkurier Anklam. Fotos: Philipp Schulz
Die sieben Kandidaten mit Moderatorin Anne-Marie Maaß (links) vom Nordkurier Anklam. Fotos: Philipp Schulz Philipp Schulz
Friedrich Baumgärtner (Freie Wähler)
Friedrich Baumgärtner (Freie Wähler) Philipp Schulz
Andreas Brüsch (IfA)
Andreas Brüsch (IfA) Philipp Schulz
Bernd Kohn (Einzelkandidat)
Bernd Kohn (Einzelkandidat) Philipp Schulz
Steffen Göritz (CDU)
Steffen Göritz (CDU) Philipp Schulz
Dr. Uwe Schultz (SPD)
Dr. Uwe Schultz (SPD) Philipp Schulz
Monika Zeretzke (Die LINKE)
Monika Zeretzke (Die LINKE) Philipp Schulz
Sigrun Reese (FDP)
Sigrun Reese (FDP) Philipp Schulz
Rund 80 Anklamer verfolgten die Podiumsdiskussion. Foto: M. Diekhoff
Rund 80 Anklamer verfolgten die Podiumsdiskussion. Foto: M. Diekhoff Matthias Diekhoff
0
SMS
Anklam.

73 Kandidaten bewerben sich in diesem Jahr um einen Platz in der Anklamer Stadtvertretung. Sieben von ihnen haben nun schon einmal auf dem Podium im Anklamer Zentrum für Friedensarbeit Platz genommen, um im Kreise der anderen Parteien, Wählergemeinschaften und Einzelbewerber ihre Standpunkte deutlich zu machen: Die SpitzenkandidatenMonika Zeretzke (Linke), Dr. Uwe Schultz (SPD), Andreas Brüsch (Initiativen für Anklam, IfA) CDU-FraktionsvorsitzenderSteffen Göritz, Sigrun Reese (FDP), Einzelbewerber Bernd Kohn und Friedrich Baumgärtner (Freie Wähler) lieferten in der anderthalbstündigen Diskussion reichlich Vorlagen für die kommenden fünf Jahre in der Anklamer Kommunalpolitik.

Wo steht Anklam in fünf Jahren? Friedrich Baumgärtner, der für die Freien Wähler antritt, hofft da als Banker im Ruhestand vor allem auf sprudelnde Gewerbesteuereinnahmen. Der 70-Jährige setzt bei diesem Punkt insbesondere auf die beiden noch recht jungen Ansiedlungen Anklam Extrakt und Continental. Außerdem sollte seiner Meinung nach die Peene stärker in das Stadtbild einbezogen werden und die Pläne für das „Hanse-Quartier“ sollten schneller vorankommen.

Andreas Brüsch (IfA) setzt dagegen eher auf kulturelle Aspekte – wie die Umsetzung des Ikareums. Dort sieht er in der kommenden Legislaturperiode große Entwicklungen auf die Stadt zukommen. In diesem Zeitraum soll nicht nur eine neue Kirchturmspitze auf der Nikolaikirche realisiert worden sein, sondern die Anklamer sollen dann auch schon das Lilienthal-Museum an diesem Stadtort besuchen können. Ebenso wünscht sich Brüsch eine neue Bibliothek. Auch die Entwicklung der Schulen will Brüsch mit der IfA zusammen vorantreiben: Neben dem neuen Schulcampus in der Innenstadt setzt er da auch auf eine entsprechende Umsetzung im Mittelfeld, samt Turnhallen und der neuen Schwimmhalle, mit deren Bau noch in diesem Jahr begonnen werden soll. Bei all dem soll auch die Südstadt nicht vergessen werden – durchaus sportliche Pläne, räumt der 58-Jährige selbst ein.

Auch Steffen Göritz (CDU) betonte, mit seiner Fraktion hinter den Plänen des Ikareum zu stehen und sich künftig als CDU beim Einwerben von Fördermitteln von Land und Bund für das Projekt engagieren zu wollen. Er gab durchaus zu, dass es in der Vergangenheit in Teilen der CDU Zweifel an der Realisierung des Projekts gab. Die Unterstützung durch das Land sei nun aber ein Glücksgriff für die Stadt, weshalb es gelte, weiter an einem Strang zu ziehen.

Monika Zeretzke (Linke) konnte die Vorschläge ihrer Vorredner zur Entwicklung der Stadt durchaus teilen. Bei der Gestaltung der Südstadt hofft sie, dass Genossenschaft und städtische Wohnungsgesellschaft künftig an einem Strang ziehen. Auch in Anklam müsse das Thema sozialer Wohnungsbau im Blick behalten werden, um Entwicklungen wie in anderen Städten Deutschlands vorzubeugen, sagte sie. Es brauche auch weiterhin in Anklam bezahlbare Wohnungen, so Zeretzke.

Angesichts der vielen Projekte, die in Anklam bereits angeschoben wurden, mahnte Sigrun Reese (FDP) an, sich nicht zu verzetteln, sondern weiter an der konsequenten Umsetzung der nun schon beschlossenen großen Vorhaben zu arbeiten. Als Vertreterin der Freien Demokraten will sie das größte Augenmerk zudem darauf legen, die Vielfalt in der Stadt zu fördern und zu erhalten – das betreffe auch das Ehrenamt, das in vielen Bereichen des städtischen Lebens nicht wegzudenken sei. Dieses könnte teilweise aber noch gefördert und gebündelt werden, findet sie.

Uwe Schultz (SPD) sagte, dass er sich in der Anklamer Stadtvertretung künftig mehr Gemeinsamkeiten und Einigkeit wünschen würde, um so die Probleme, die in der Stadt auf der Hand liegen, zügig auch mit entsprechenden Beschlüssen angehen zu können. Die neue Schwimmhalle sieht er für Alt und Jung nach wie vor als eine der größten Errungenschaften für eine Stadt wie Anklam, die nun umgesetzt werden soll. Auch die Entwicklungen der Schulen sieht Schultz als einen der großen Knackpunkte an. Beim Thema sozialer Wohnraum warnt Schultz schon jetzt vor der Gefahr, dass die Durchmischung der Bevölkerung in der in der Anklamer Innenstadt verloren gehen könnte.

Bernd Kohn, der in diesem Jahr als Einzelbewerber zur Wahl antritt, sieht beim Thema Schule auch die Weiterentwicklung des Schulstandorts im Anklamer Mittelfeld als Zukunftsprojekt an. Er verspricht zudem, sollte er in die Stadtvertretung gewählt werden, sich für die Vereinsarbeit in der Stadt einzusetzen. Diese sei, ist er überzeugt, ein wichtiger Faktor für Anklam, auch wenn es darum geht, Menschen zum Zuzug in die Stadt zu bewegen. Die vielfältige Vereinslandschaft sei einer der Punkte, der die Stadt für Alt und Jung lebenswert mache.