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Im Einsatz mit Body-Cams

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Anklamer Polizei setzt nun Kameras ein

Die Polizei Mecklenburg-Vorpommerns startet in Anklam, Rostock und Schwerin probeweise den Einsatz sogenannter Body-Cams.
Die Polizei Mecklenburg-Vorpommerns startet in Anklam, Rostock und Schwerin probeweise den Einsatz sogenannter Body-Cams.
Stefan Sauer

Nein, Anklams Polizisten haben nicht in die Filmbranche gewechselt. Trotzdem werden sie im Streifendienst nun künftig den Vermerk „Video Dokumentation“ tragen. Das Anklamer Polizeihauptrevier gehört nämlich zur Pilotphase sogenannter Body-Cams bei der Landespolizei.

Wenn in Anklam die Polizisten auf Streife unterwegs sind, filmt ab Donnerstag bei Bedarf die Kamera mit. Der Einsatz der sogenannten Body-Cams, also von Kameras, die an der Schutzweste der Beamten geführt werden, wird zunächst als Pilotprojekt bis Februar kommenden Jahres in der Praxis getestet. Drei verschiedene Kamerasysteme sind für den Test vorgesehen, je 13 Stück werden pro Typ zunächst auf Mietbasis zum Einsatz kommen. Neben Anklam sind auch Polizeihauptreviere in Rostock und Schwerin an der Versuchsreihe beteiligt. In Vorpommern werden die Kameras nun von den Beamten auf Streife in Anklam, Anklam-Land und in Jarmen/Loitz getragen.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU), der das Projekt am Mittwoch in Anklam vorstellte, erhofft sich von den Kameras mehr Sicherheit für die Polizisten, aber auch für andere Einsatzkräfte etwa von Feuerwehr und Rettungsdienst. Außerdem können Einsätze so genauestens dokumentiert werden.

Immer öfter sei es in den vergangenen Jahren zu Übergriffen gegen Einsatzkräfte gekommen. Allein in diesem Jahr verzeichnet die Landespolizei im ersten Quartal bereits 219 Widerstandsdelikte gegen Polizeibeamte und 51 Körperverletzungen gegen Polizisten. Die Kameras fungieren bestenfalls als dritter und vierter Mann und schrecken potenzielle Täter ab, so die Erwartung des Leiters des Anklamer Polizeihauptreviers, Michael Kath, der auch das Kameraprojekt leitet.

Aufnahmen bis zu 14 Tage gespeichert

Wann Situationen aufgezeichnet werden, entscheiden die Polizisten als Träger der Kameras. Dafür gibt es gleich mehrere Modi. So ist es möglich, die Kamera fortwährend laufen zu lassen und die aufgezeichneten Sequenzen alle 60 Sekunden zu überschreiben. Ebenso könnten aber auch längere Filmaufnahmen dauerhaft gespeichert werden, wenn dafür Anlass bestünde. Wie genau die Kamera eingesetzt wird, legt der rechtliche Rahmen fest, der auch im Hinblick auf den Datenschutz genau abgeklopft wurde, so Kath. Bis zu 14 Tagen können die Aufnahmen zunächst gespeichert werden, soweit sie nicht für laufende Strafverfahren oder Ordnungswidrigkeiten relevant sind.

Polizisten, die eine Körperkamera tragen, müssen zudem mit einer Weste speziell gekennzeichnet sein. Insgesamt wurden für das Kameraprojekt der Landespolizei bereits 21 300 Euro investiert.

Kommentare (1)

Auch eine Body Cam wird Straftäter nicht von ihrem Tun abhalten. Die Polizei braucht mehr gesetzlichen Rückhalt bei der Anwendung ihrer Einsatzmittel. Darüber sollten sich die Politiker bundesweit Gedanken machen und zwar schnellstens. Allein schon wegen der ständig steigenden körperlichen Angriffen auf Polizisten im Dienst.