Bauleiter Gerald Pfeifer hat die Arbeiten an den 275 Metern Stadtmauer, die nun begonnen haben, fest im Blick.
Bauleiter Gerald Pfeifer hat die Arbeiten an den 275 Metern Stadtmauer, die nun begonnen haben, fest im Blick. Mareike Klinkenberg
In Richtung Parkseite grenzt die Stadtmauer an Privatgrundstücke. Dieser Teil ist in Sachen Sanierung der älteste, s
In Richtung Parkseite grenzt die Stadtmauer an Privatgrundstücke. Dieser Teil ist in Sachen Sanierung der älteste, spannendste, aber auch forderndste Abschnitt der Anklamer Stadtmauer, so die Experten. Mareike Klinkenberg
So schön soll die Anklamer Stadtmauer bald in Gänze aussehen. Die ersten 50 Meter wurden bereits in einem frühe
So schön soll die Anklamer Stadtmauer bald in Gänze aussehen. Die ersten 50 Meter wurden bereits in einem früheren Bauabschnitt restauriert. Mareike Klinkenberg
Stadtgeschichte

Anklamer wollen mit Stadtmauer pommersche Identität bewahren

Für knapp eine Million Euro soll das letzte Ende der Stadtmauer bis zum Ende des Jahres flottgemacht werden.
Anklam

Von den Tagen, in denen das historische Anklam von einem schützenden Ring umgeben war und man nur durch eines der insgesamt sieben Stadttore ins Stadtinnere gelang, zeugen heute noch das Steintor und rund 450 Meter der jahrhundertealten Stadtmauer.

Bislang war die jedoch, speziell im Bereich zwischen Parkallee und Demminer Straße, in einem sehr schlechten Zustand. Nur die ersten rund 50 Meter konnten in einer ersten Bauphase schon restauriert werden.

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Direkte Grenze zu Privatgrundstücken

Vor kurzem haben jedoch auch die Sanierungsarbeiten für die noch verbleibenden 275 Meter Stadtmauer begonnen, die eine besondere Herausforderung darstellen. Im ersten Schritt wurden von der Parkseite Bebauungen und Bewuchs von der Mauer entfernt.

In diesem Bereich grenzt die Stadtmauer, die auf selbst ja auf öffentlichem Grund steht, direkt an Privatgrundstücke, erläutern Bauleiter Gerald Pfeifer und Marion Hauff aus dem zuständigen Fachbereich im Bauamt. Doch man sei mit allen Anliegern übereingekommen und im engen Austausch.

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Ältester Schalenturm in Norddeutschland

Gerade dieser Bereich ist der älteste Teil der verbliebenen Mauer, aber auch der interessanteste und der forderndste, verrät Gerald Pfeifer. So gilt es beispielsweise, den ältesten Schalenturm in ganz Norddeutschland zu erhalten. Aber auch andere Relikte aus der wechselvollen Geschichte der Stadt, die an dieser Mauer abzulesen ist, sollen im Zuge der Sanierung bewahrt werden – so auch Fenster und Eingänge, die einigen direkten Anwohnern als Zugänge zu ihren Grundstücken und Häusern dienten.

Zu allen Zeiten wurde in irgendeiner Form an der Mauer gebaut. Mal war war sie fünf, mal ganze acht Meter hoch. Auch die vielfältige Materialauswahl von Feldsteinen, Klosterformatziegeln und anderen Ziegelsteinen soll beibehalten werden. Wie die einzelnen Stellen schließlich aussehen werden, dazu sind die zuständigen Stellen aus dem Denkmalschutz, Historiker, Architekten und das hiesige Bauamt im ständigen Austausch.

Es ginge nicht darum, die Mauer genauso wiederherzurichten, wie sie einmal war, sondern Vorhandenes zu sichern, zu erinnern und zu bewahren. Für Gerald Pfeifer ist es wichtig, mit diesem Bauwerk aus der Zeit der pommerschen Herzöge auch ein Stück weit die pommersche Identität und Stärke wieder zurück in die Stadt zu holen. Bis zum Ende des Jahres soll die Maßnahme beendet sein, die im Endeffekt mit Kosten von knapp einer Million Euro zu Buche schlagen wird. Zwei Drittel der Baukosten werden jedoch durch Mittel der Städtebauförderung getragen.

 

 

 

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