VEREINSSTERBEN IN VORPOMMERN

Anklams Modelleisenbahnclub löst sich nach 52 Jahren auf

Schweren Herzens haben die Anklamer Modelleisenbahner ihren Verein aufgelöst. Zuletzt hatte es kaum noch Mitglieder gegeben – und Nachwuchs so gut wie keinen.
Nach 52 Jahren sind die Zeiten des Modelleisenbahnclubs Anklam vorbei.
Nach 52 Jahren sind die Zeiten des Modelleisenbahnclubs Anklam vorbei. Christian Charisius
Anklam.

Der Anklamer Modelleisenbahnclub ist aufgelöst worden und befindet sich derzeit in Liquidation. Darüber informierte der Vereinsvorsitzende Christian Kühn auf Nachfrage. Grund für das Ende nach über 50 Jahren sei die zuletzt geringe Mitgliederanzahl des Clubs gewesen. Alle Gläubiger des Vereins seien von Kühn inzwischen dazu aufgefordert worden, ihre Ansprüche bis zum 28. Februar anzumelden, damit die Löschung aus dem Vereinsregister erfolgen kann.

„Die Entscheidung fällt sehr schwer“, äußerte sich Christian Kühn am Mittwoch. Dennoch sei es die richtige gewesen. Über die Jahre hinweg hätten sich schließlich immer mehr Mitglieder dazu entschieden, den Verein zu verlassen, so der 40-Jährige. „Oftmals, weil sie beruflich aus Anklam weggezogen sind.“ Zuletzt seien lediglich noch vier Mitglieder im Modelleisenbahnclub übrig geblieben. Zwar sei der Club schon immer ein kleiner gewesen, zu Höchstzeiten waren es Kühn zufolge aber über 20 Mitglieder. „Da lohnt es sich natürlich auch nicht mehr finanziell den allzu großen Aufwand zu betreiben“, so Kühn. Auch der Vereinsvorsitzende selbst ist seit einiger Zeit nicht mehr in der Hansestadt ansässig. Er lebt und arbeitet inzwischen in Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein).

Keine Ausstellungen mehr, keine Treffen

Der Modelleisenbahnclub wurde 1968 in Anklam gegründet, Hobby-Modelleisenbahner Christian Kühn übernahm das Amt des Vereinsvorsitzenden vor knapp zehn Jahren. „Damals haben wir noch regelmäßig Veranstaltungen in Heringsdorf auf Usedom oder in Wolgast durchgeführt“, so der Vorsitzende, der inzwischen als Liquidator tätig ist. Zuletzt hätte sich im Verein aber so gut wie nichts mehr getan. Keine Ausstellungen mehr, keine regelmäßigen Treffen. Die Räumlichkeiten in der Anklamer Wollweberstraße wurden bereits vor Jahren aufgegeben.

In der ehemaligen Wilhelm-Pieck-Schule in Anklam betreuten die Modellbauer einst eine kleine Eisenbahnanlage. Die 11 Meter lange Installation sei dazu gedacht gewesen, Schüler frühzeitig ans Thema „Modelleisenbahn“ heranzuführen. Leider zeigten Jugendliche im Laufe der Zeit nur noch bedingt Interesse daran, was sich nun auch an der Auflösung des kleinen Clubs zeigt, wo es seit Jahren keinen Nachwuchs mehr gab. Nach 52 Jahren wird der eingetragene Modelleisenbahnclub Anklam Ende Februar aus dem Vereinsregister gelöscht. Der Verein hat seine Endstation erreicht.

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