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Anklams Stadtvertreter streiten übers Schulschwimmen

Die von der Verwaltung verhängte Schließung der Sportstätten, insbesondere der Schwimmhalle für den Schwimmunterricht von Schulen, steht im Kreuzfeuer der Kritik. Am Mittwoch tagen die Stadtvertreter im Eil-Verfahren – doch ändern können sie wohl nichts.
In einer außerordentlichen Sitzung diskutieren Anklams Stadtvertreter morgen darüber, ob die Anklamer Sportstä
In einer außerordentlichen Sitzung diskutieren Anklams Stadtvertreter morgen darüber, ob die Anklamer Sportstätten, wie zum Beispiel die Schwimmhalle, kurzfristig wieder geöffnet werden können. Archivbild) ( Stefan Hoeft
Anklam ·

Die Fraktion Baumgärtner/Kohn hat in der vergangenen Woche den Anklamer Bürgervorsteher dazu aufgefordert, eine Sondersitzung der Stadtvertreter einzuberufen. Drei Tage hatte Andreas Brüsch laut Satzung Zeit, diese Versammlung für dringende Angelegenheiten zu organisieren. Am Mittwoch um 15.30 Uhr kommen deshalb die Stadtverordneten – bei vermutlich frischen Temperaturen – in der Anklamer Nikolaikirche zusammen. Ein anderer Sitzungsort hätte so kurzfristig leider nicht zur Verfügung gestanden, hieß es aus der Stadtverwaltung.

Auf der Tagesordnung steht, wie von den Abgeordneten Bernd Kohn und Friedrich Baumgärtner gefordert, eine Diskussion zum aktuellen Verbot des Kinder- und Jugendsports in Sporthallen, und Schwimmbädern. Die beiden halten die von der Anklamer Verwaltung verhängten Verbote für überzogen. Diese gingen, weil sie auch das Stadion betreffen, über die Verbote des Kreises und der Landesregierung hinaus. Sie sähen hier Nachteile für die Kinder aus der Hansestadt und der umliegenden Region.

Bürgermeister hält Sportstätten-Schließung für alternativlos

Neben der Stadtverwaltung hatte auch der Landkreis das Training für Kinder und Jugendliche zumindest in Sporthallen und Schwimmbädern untersagt. Dieses Verbot galt bis Montag. Eine Verlängerung des Beschlusses durch den Kreis, auch für den Monat Dezember, lag bis zum Abend noch nicht vor. Damit ist unklar, ob eine Entscheidung der Anklamer Stadtvertretung zu diesem Thema am Ende überhaupt ins Gewicht fallen würde. Zu diesem Widerspruch wollte sich Kohn aber auf Nordkurier-Anfrage nicht näher äußern.

Dennoch findet die Sitzung der Stadtvertreter statt. Bürgermeister Michael Galander ließ bereits verlauten, dass er sich weiterhin für den Schutz der Kinder einsetze und für ihn die Schließung alternativlos sei, selbst wenn er nach einem Beschluss der Stadtvertretung als Verwaltungschef in Widerspruch gehen müsse. Besonders jetzt, so kurz vor dem Weihnachtsfest, wolle man kein Risiko eingehen, wenn sich verschiedene Schulklassen an der Schwimmhalle begegneten oder die Schwimmlehrer vor Ort gar als Multiplikatoren infrage kommen würden, gab auch die stellvertretende Bürgermeisterin Beatrix Wittmann-Stifft zu bedenken.

Peenerobben könnten Halle schnell wieder startklar machen

Der PSV Anklamer Peenerobben, der die Anklamer Schwimmhalle betreibt, sieht sich in jedem Fall imstande, innerhalb von ein bis zwei Tagen den Betrieb wieder hochzufahren und die Halle startklar zu haben, bestätigte Vereinschef André Stegemann. Auch ihm sei daran gelegen, so schnell wie möglich die Bedingungen für das Schulschwimmen wiederherzustellen, aber auch der reguläre Trainingsbetrieb seines Vereins und der Rehasport lägen ihm am Herzen.

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