CORONAVIRUS

▶ Apotheker-Andrang vor Anklamer Zuckerfabrik

Über 10 .000 Liter Ethanol gibt die Anklamer Zuckerfabrik an Apotheken ab. Der Alkohol wird zur Herstellung von Hände-Desinfektionsmittel genutzt. Nachfrage kommt sogar aus anderen Bundesländern.
Anfragen für rund 10 000 Liter – Abfüllen im Akkord heißt es am Mittwoch bei der Zuckerfabrik.
Anfragen für rund 10 000 Liter – Abfüllen im Akkord heißt es am Mittwoch bei der Zuckerfabrik. Anne-Marie Maaß
Voller Parkplatz vor der Ausgabe: Die Apotheker kommen aus mehreren Bundesländern und stehen geduldig an.
Voller Parkplatz vor der Ausgabe: Die Apotheker kommen aus mehreren Bundesländern und stehen geduldig an. Anne-Marie Maaß
Anett Reek überwacht die sichere Ausgabe des Ethanols und die richtige Etikettierung der Behälter.
Anett Reek überwacht die sichere Ausgabe des Ethanols und die richtige Etikettierung der Behälter. Anne-Marie Maaß
Anklam.

Die Anklamer Zuckerfabrik nimmt in diesen Tagen eine Sonderstellung in der Versorgung von Apotheken ein. Das dort hergestellt Ethanol fließt nun nicht mehr in den Bio-Sprit, sondern wird als reiner Alkohol an die Pharmazeuten abgegeben, um daraus in der aktuellen Corona-Krise dringend benötigtes Händedesinfektionsmittel herstellen zu können.

Nach dem kleineren Andrang am ersten Ausgabetag, vergangene Woche Freitag, war der Ansturm am Mittwoch noch um ein Vielfaches größer. Schon vor dem Beginn der Ausgabe um neun Uhr standen rund 50 Fahrzeuge von Apothekern aber auch vom Katastrophenschutz etwa aus dem Landkreis Dahme-Spreewald auf dem Fabrikgelände.

Nachfrage könnte mehr als 10 000 Liter übertreffen

Bereits die Vorabfrage der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommerns hatte einen angemeldeten Bedarf von rund 10 000 Liter ergeben. Zuckerfabrik-Geschäftsführer Matthias Sauer rechnet damit, dass diese Menge heute bis in den Nachmittag hinein mindestens erreicht wird, die Abgabemenge diesen Wert sogar übertreffen kann.

Neben Apothekern aus Mecklenburg-Vorpommern hatten sich Mittwoch früh auch Kollegen aus anderen Bundesländer auf den Weg nach Anklam gemacht. Vorab habe es etwa Anfragen aus der brandenburgischen Uckermark gegeben. Dies zeigt auch die besondere Stellung der Anklamer Fabrik.

In ganz Deutschland gebe es drei Fabriken mit einer entsprechenden Ethanolanlage, wobei eine bereits eine dem Vorbild der Anklamer zur aktuellen Versorgungslage gefolgt ist, so Matthias Sauer.

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Auch Ethanol-Nothilfe per Lkw für die Niederlande geplant

Parallel zur direkten Abgabe an deutsche Apotheken wurde gestern auch der erste Tank-Lkw mit Ethanol abgefertigt, der das wichtige Gut als Nothilfe in die Niederlande bringen sollen, wo der Mutterkonzern der Anklamer Fabrik, die Suiker Unie, ihren Sitz hat. Dort sei der Bedarf in Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen ebenfalls sehr groß, so Sauer. „Wir erfahren viel Dankbarkeit für unsere Unterstützung”, sagt er.

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Das Hilfsangebot der Zuckerfabrik soll auch in den kommenden Wochen bereitstehen. Bis zu vier Millionen Liter Ethanol können für die medizinische Verwendung vorgehalten werden. Die Auslieferung zur Kraftstoffbeimischung wurde bereits in der vergangenen Woche gestoppt. Noch sei die Nachfrage geringer als im normalen Betrieb.

Lieferung von Ethanol für die Medizin wird zunehmen

„Sonst verlässt uns wöchentlich ein ganzer Zug, der das Ethanol abtransportiert”, macht Sauer deutlich. Mit Blick allerdings auch auf die hohen Bedarfe in den Niederlanden und die Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland geht er jedoch davon aus, dass der Lieferumfang in den kommenden Wochen auf für die medizinische Verwendung deutlich zunehmen wird.

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