Die Arbeitsagentur registrierte im März in Vorpommern-Greifswald fast 1400 Arbeitslose weniger als im März 2021.
Die Arbeitsagentur registrierte im März in Vorpommern-Greifswald fast 1400 Arbeitslose weniger als im März 2021. Hendrik Schmidt
März-Statistik

Arbeitslosigkeit in Vorpommern sinkt trotz hoher Inzidenzwerte

Der Arbeitsmarkt in Vorpommern-Greifswald hat sich weitgehend von den Auswirkungen der Pandemie erholt. Und in fast jeder Branche werden Ausbildungsplätze angeboten.
Greifswald

Die gute Entwicklung der letzten Monate auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Vorpommern-Greifswald setzt sich fort. „Trotz der hohen Corona-Inzidenzwerte und der in Mecklenburg-Vorpommern verlängerten Schutzmaßnahmen sank die Arbeitslosigkeit dieses Mal bereits im März unter die 10.000er-Marke“, sagte am Donnerstag der stellvertretende Leiter der Arbeitsagentur Greifswald, Klaus-Peter Köpcke.

Aktuell seien 9655 Männer und Frauen auf der Suche nach einer bezahlten Beschäftigung. Das seien 457 weniger als im Februar und 1375 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank somit um 0,4 Prozentpunkte auf aktuell 8,4 Prozent.

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Fast 3000 offene Stellen

„Der regionale Arbeitsmarkt hat sich weitestgehend von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholt“, sagte der Arbeitsmarkt-Experte. Zum Vergleich: Im März 2020 waren noch 10.224 Menschen arbeitslos gemeldet. Damals spiegelten sich die Auswirkungen des im März 2020 begonnenen Lockdowns erst in den April-Daten wider.

Der aktuelle Rückgang ist saisontypisch, denn im Frühjahr sinkt regelmäßig saisonal bedingt die Arbeitslosigkeit. Die gute Entwicklung macht Köpcke aber auch an der Entwicklung der offenen Stellen und der Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung fest. Denn aktuell betreuen die Vermittlerinnen und Vermittler des gemeinsamen Arbeitgeber-Service fast 3000 offene Stellen.

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Mehr Langzeitarbeitslose als vor der Corona-Pandemie

Von der guten Entwicklung profitierten alle Personengruppen. Sogar die Gruppe der Langzeitarbeitslosen ist in der Arbeitsagentur und in den Jobcentern in Vorpommern-Greifswald rückläufig. Allerdings liegt die Quote weiterhin auf einem höheren Niveau als vor der Corona-Pandemie. So waren im März 3848 Männer und Frauen länger als ein Jahr auf Arbeitssuche. Ihr Anteil an allen arbeitslos gemeldeten Menschen liegt somit bei 39,9 Prozent. Vor Corona-Ausbruch, als im März 2020 insgesamt 3490 Langzeitarbeitslose registriert worden waren, lag diese Quote noch bei 34,1 Prozent.

Birkenstock in Pasewalk für viele eine Chance

Köpcke empfiehlt Menschen, die schon längere Zeit nach einer neuen Beschäftigung suchen, die sogenannten Bewerbertage. Im Jobcenter Wolgast zum Beispiel hatten zuletzt am Mittwoch 25 überwiegend langzeitarbeitslose Menschen mit verschiedenen Arbeitgebern aus dem Gastgewerbe eine Vielzahl von Bewerbungsgesprächen geführt. „Für fast alle eröffnete sich dabei eine Job-Perspektive, denn die Unternehmen sind sehr stark auf die motivierten Arbeitsuchenden zugegangen. Vergleichbare Aktivitäten planen wir auch an anderen Orten und in anderen Branchen, zum Beispiel in der Region Pasewalk, wo das Schuh-Unternehmen Birkenstock Fachkräfte und auch Ungelernte sucht.“ Auch in Anklam soll demnächst ein Bewerbertag für das Gast- und Reinigungsgewerbe organisiert werden.

Auf dem Ausbildungsmarkt suchen derzeit noch 643 Mädchen und Jungen einen Ausbildungsplatz. Ihnen stehen noch 994 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen gegenüber. Wer noch keine Lehrstelle gefunden habe, sollte Kontakt mit der Berufsberatung aufnehmen, empfiehlt Köpcke.

 

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