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Arme Ampel - einmal rot, seitdem tot!

Die Ampel, die nur am ersten Tag funktionierte: Dabei wäre aus Sicht von so manchem Autofahrer die automatische Verkehrsregelung an der Einmündung der Umgehungsstraße in die B 110 am Anklamer Friedhof dringend notwendig.
Die Ampel, die nur am ersten Tag funktionierte: Dabei wäre aus Sicht von so manchem Autofahrer die automatische Verkehrsregelung an der Einmündung der Umgehungsstraße in die B 110 am Anklamer Friedhof dringend notwendig.
J.Foetzke

Die Ampel am Anklamer Friedhof funktionierte bisher lediglich einen Tag, dann wurde sie abgeschaltet. Weil sie den Verkehr eher bremst als beschleunigt, argumentiert die Verkehrsbehörde des Kreises. Doch manch ein Autofahrer sieht das ganz anders.

An die Ampel, die den Verkehr am Zubringer der Stadtumgehung zur Bundesstraße 110 am Anklamer Friedhof regeln soll, hat Martin Schadwill alles andere als gute Erinnerungen. Kürzlich wollte der Mann aus Neu-Kosenow mit seinem Auto über die Ampel von der Umgehungsstraße weiter über die B 110 in Richtung Jarmen fahren. Doch das Abbiegen von dem Zubringer auf die Bundesstraße artete in ein Geduldsspiel aus. „Vor mir standen noch zwei Autos, die ebenfalls auf die Bundesstraße links abbiegen wollten“, sagt er. Doch das war  gar nicht so einfach. Da die Autoschlange aus Richtung Stadt nicht abriss und sozusagen Vorfahrt auf der Hauptstraße hatte, mussten die Linksabbieger warten. Schadwill selbst brauchte fast eine viertel Stunde, bis er auf die Bundesstraße abbiegen konnte.

Das hätte nicht sein müssen, wenn die gerade montierte Ampelanlage auch eingeschaltet wäre. Doch ob grün, gelb, oder rot: Das Ampellicht bleibt aus. Warum baut man denn eine Ampel, wenn sie dann gar nicht zum Einsatz kommt?

Na, so ganz ist das ja nicht: Am Tag der Einweihung des letzten Bauabschnitts der Anklamer Stadtumgehung blinkten die Signallämpchen in vorgeschriebener Reihenfolge, doch dann war Schicht im Schacht und die Ampel aus. Jens Krage, Leiter des Straßenbauamtes Neustrelitz, sprach dann auch vom Bruch eines Steuerkabels, der aber nun schon längst behoben sei. Doch bestimmt nicht das Straßenbauamt, wie die Ampel blinkt, sondern die untere  Verkehrsbehörde des Kreises. Und deren Mitarbeiter haben in Abstimmung mit dem Straßenbauamt und der Polizei entschieden, dass die Ampel bis auf Weiteres nicht eingeschaltet werden soll.

Denn als sie den bisher einzigen Tag in Funktion war, habe sie den Autoverkehr mehr aufgehalten als geregelt. Gerade aus Richtung Stadt hatte sich da ein Rückstau gebildet, der es in sich hatte. Fast eine Stunde Wartezeit mussten Autofahrer in Kauf nehmen, wenn sie aus Richtung Anklam in Richtung Greifswald/Insel Usedom wollten. Nicht ganz unschuldig daran ist die derzeit gesperrte Demminer Straße. Viele Autofahrer von außerhalb wollen durch die Stadt und dann über die Peene fahren. Wenn sie ihren Irrtum erkannt haben, gibt es dann nur einen Weg zurück. „Und uns liegen auch keine anderen Beschwerden aus der Bevölkerung vor“, sagt Kreis-Sprecherin Anke Radlof. Allerdings sagt sie auch, dass die Ampelanlage jederzeit in Betrieb genommen werden könne, wenn das Verkehrsaufkommen dies erfordert. 

Die Frage ist nur, wer bestimmt diesen Zeitpunkt?

Kommentare (1)

Ich selbst kam an besagtem Tag aus Richtung Jarmen an die Ampel heran gefahren. Die Linksabbieger aus Richtung Stadt zur Umgehung Richtung Usedom bekamen kein "Grün". Ein Fehler in der Steuerung der Ampelanlage. Ich hatte auf das Winken eines polnischen PKW Fahrers hin angehalten, er erklärte dass er bereits seit mehr als 20 min auf "Grün" warte. Natürlich staute es sich dann in der Folge aus Richtung Stadt, da der Verkehr hier nicht abfließen konnte. Da ich die Kreuzung täglich mehrmals passiere, weiß ich, dass es oft zu sehr gewagten Manövern von gerade LKW-s beim Auffahren auf die 110 kommt, die mich selbst schon mehrmals zu ungewollten Bremsaktionen zwangen. Ähnliches passiert übrigens auch regelmäßig an der Einmündung von der B 199 auf die B 110 bei Görke. Schon mehrfach musste ich hier Notbremsungen einleiten, da mir bei nur Tempo 80 im Schnitt von jedem dritten auffahrenden PKW von der 199 in Richtung Anklam die Vorfahrt genommen wird. St. Brandt