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Auch Planschen ist harte Arbeit

Die Loitzer Badeanstalt liegt direkt an einem Seitenkanal der Peene, auf der anderen Seite die Kirche im Blick. Diesseits des Badekanals wartet zudem ein Becken für Nichtschwimmer.

VonStefan HoeftDie Badeanstalt Loitzöffnet zwar heute schonihre Pforten. Doch Nichtschwimmer müssen sich noch gedulden. Denn das Wetter und eine neue ...

VonStefan Hoeft

Die Badeanstalt Loitz
öffnet zwar heute schon
ihre Pforten. Doch Nichtschwimmer müssen sich noch gedulden. Denn das Wetter und eine neue Desinfektionsanlage sorgen für Verzögerungen beim Saisonstart.

Loitz.Erst der lange Winter, dann der ewige Regen: Wovon eine Badeanstalt eigentlich lebt, davon gab es dieses Frühjahr in Loitz viel zu viel – Wasser. Was da alles vom Himmel kam, macht den Neustart schwierig. Schließlich hieß es in der Freizeiteinrichtung auf der Wiese am Badekanal bis zuletzt Land unter. „Wir kamen ja gar nicht auf das Gelände zum Mähen und haben jetzt noch mit dem Wasser zu kämpfen“, erzählt Dietmar Lexow, während der frisch gestutzte Rasen unter den Füßen schmatzt und Schwiegersohn Jan Lexow Dreck von den Beckenwänden kärchert.

Der Unternehmer sorgt seit Jahren dafür, dass die Badeanstalt läuft – von der Pflege des idyllisch gelegenen Areals und seiner Einrichtungen bis hin zur Wasseraufbereitung und Bewirtschaftung des kleinen Kiosk. Den Auftrag hat er von den Stadtwerken, die das Ganze 2005 von der Kommune übernahmen. Zwar konnten seitdem die Defizite verringert werden, doch ein Zuschussgeschäft bleibt es. Wie auch sonst bei nur 50 Cent Eintritt. So musste die kommunale Tochterfirma zum Beispiel 2011 rund 30 000 Euro dazubuttern.
Einen nicht unwesentlichen Teil dieser Rechnung macht das rund 600 Kubikmeter fassende Nichtschwimmerbecken aus. Schließlich gilt es das Wasser stets in hygienisch einwandfreiem Zustand zu halten, egal ob sich dort eine Handvoll Gäste tummeln oder Hunderte. Im Normalfall spült Lexow einmal am Tag die Filter und tauscht das Wasser aus, in der Hochsaison
zweimal.
In dem Häuschen, hinter dessen Mauern sich die Technik dafür versteckt, veränderte sich indes einiges während der vergangenen Monate. Die Stadtwerke ließen die gesamte Desinfektionsanlage umstellen – von so genanntem Trockenchlor auf eine Flüssigvariante mit 15-prozentiger Lauge. Hintergrund sind die Sicherheit und Kosten. Denn das später verflüssigte Granulat zeigte sich naturgemäß recht aggressiv. „Die Gase und der Staub, die da ausgetreten sind, das war nicht schön“, erinnert Lexow sich. Mitunter bekam er trotz Atemschutz mächtig das Husten.
Überdies griff das Konzentrat Leitungen und Technik an, da half der Pumpe ihr Edelstahl nicht viel. „In der Regel brauchten wir jedes Jahr eine neue.“ Inklusive Wartung summierten sich allein für diesen Teil der Anlage so rund 4000 Euro je Saison, die sich jetzt großteils sparen ließen.
Hinzu kommen die Kosten für die Chemie vom Chlor über den PH-Wert-Senker und das Flockungsmittel bis hin zum Anti-Algen-Gemisch. Alle werden dank der neuen Pumpen und modernen Mess- und Regeleinheit künftig nur noch tröpfchenweise und in Impulsen beigemischt, sprich genauer und sparsamer dosiert als früher. „Ich denke, dass wir die Investition so in zwei, drei Jahren wieder rein haben“, erklärt Lexow.
Zum Start allerdings bringt ihm die Investition etwas den Zeitablauf durcheinander, genauso wie das Wetter. Weil nämlich das letzte wichtige Zubehör erst diese Woche per Post kam, war alles nicht in Gang, als das Gesundheitsamt zur Wasserprobe anrückte. Und so dürfe mit der heutigen Eröffnung nur im Badekanal geschwommen werden, der wieder gute Noten vom Labor bekam.
In Sachen Nichtschwimmerbecken laufe hingegen der Probebetrieb, Montag oder Dienstag erwarten die Stadtwerke dann erneut eine Vertreterin der Gesundheitsbehörde, um hier die nötigen Tests vorzunehmen. Die Loitzer hoffen im Lauf der Woche auf die Ergebnisse, und wenn die positiv ausfallen, folge am 6. Juni die Freigabe der beliebten Planschzone.