Bis Mitte Dezember 2022 müssen Anklamer Bahnfahrer wohl auf manche ICE-Verbindungen nach Berlin verzichten.
Bis Mitte Dezember 2022 müssen Anklamer Bahnfahrer wohl auf manche ICE-Verbindungen nach Berlin verzichten. Dennis Bacher
ICE-Verkehr eingeschränkt

Bahn erklärt Streichungen in Anklam

Durch Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Stralsund und Berlin kommt es im Fernverkehr der Bahn zu Verzögerungen. Um etwas Zeit aufzuholen, fahren manche Züge am Anklamer Bahnhof vorbei.
Anklam

Gleich mehrere ICE-Stopps in Anklam verschwinden ab Ende Januar aus dem Fahrplan der Deutschen Bahn. Anklams Bürgermeister Michael Galander hatte deshalb schon in der vergangenen Woche Alarm geschlagen und befürchtet, dass die Hansestadt im Bahnverkehr künftig abgehangen werden könnte und somit auch wirtschaftlichen Schaden erleidet. Der Nordkurier berichtete.

Bahn gibt weitere Details bekannt

Was bislang allerdings fehlte, war eine ausführliche Stellungnahme, wie die Deutsche Bahn die Streichungen begründet. Auf eine erste Anfrage des Nordkurier war dies bislang nur allgemein mit Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Stralsund und Berlin erklärt worden. Nun wird man seitens der Bahn allerdings detaillierter. Demnach bleibe es bei der Erklärung, dass die Bahn in den kommenden Monaten vor allem den Ausbau der Strecken Berlin-Stralsund sowie Angermünde-Stettin im Blick habe. „Durch die dafür notwendigen Bauarbeiten kommt es im Fernverkehr zwischen Berlin und Stralsund vorübergehend zu Einschränkungen”, heißt es dazu.

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Das bedeutet konkret, dass vom 24. Januar bis voraussichtlich Mitte Dezember Fernverkehrshalte in Anklam wegfallen. Damit wolle man längere Fahrzeiten aufgrund der Bauarbeiten auf der Strecke Berlin-Stralsund ausgleichen. „Um diese Zeit wieder einzusparen und die Anschlüsse der ICE und IC an den großen Knoten zu gewährleisten, entfallen während dieser Arbeiten vorübergehend einige Fernverkehrshalte in Anklam”, so ein Bahnsprecher. Während in Süd-Nord-Richtung, also auf der Verbindung Berlin-Anklam-Stralsund, alle Halte in Anklam wie gehabt bestehen bleiben, entfallen in der Gegenrichtung von Norden nach Süden hauptsächlich die Halte in Anklam an den Werktagen.

Unmut im Anklamer Rathaus bleibt

„Die Züge des Regionalverkehrs halten alle wie gewohnt in Anklam. Und auch die anderen Fernverkehrshalte auf der Strecke, etwa in Pasewalk und Züssow, bleiben. Hintergrund der Regelung ist, dass Anklam im Vergleich zu den anderen Bahnhöfen auf der Strecke das geringste Reisendenaufkommen hat”, so der Bahnsprecher. Die ICE-Halte an den Wochenenden sollen in Anklam dagegen zum größten Teil erhalten bleiben. Ausnahmen seien lediglich die Wochenenden vom 14. Januar bis zum 6. März, da dann die Züge der ICE-Verbindungen München–Ostseebad Binz sowie Berlin–Ostseebad Binz komplett über Neustrelitz umgeleitet werden müssen. Dementsprechend entfällt damit nicht nur der Halt in Anklam, sondern auch in Bernau, Eberswalde, Angermünde, Prenzlau, Pasewalk, Anklam, Züssow und Greifswald. Den Unmut im Anklamer Rathaus dürfte das nicht mildern. Der Bürgermeister hatte sich bereits in der vergangenen Woche an Landes- und Bundespolitiker der Region gewandt, um den Nachteil für Anklam abzuwenden. Ob und wie erfolgversprechend das ist, wird sich zeigen.

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