BAGGER EBNEN GELÄNDE EIN

Bauarbeiten auf Zarrenthiner Ferienpark-Gelände

Auf dem alten Kieswerk-Gelände in Zarrenthin finden zwar umfangreiche Planierungsarbeiten statt. Doch es soll sich keineswegs um den Baustart für die am See geplante Ferienhaus-Siedlung handeln.
Gegenwärtig laufen auf dem Gelände des alten Kieswerks in Zarrenthin umfangreiche Bagger- und Planierarbeiten. Doch
Gegenwärtig laufen auf dem Gelände des alten Kieswerks in Zarrenthin umfangreiche Bagger- und Planierarbeiten. Doch den Baustart für das dort geplante Ferienhaus-Gebiet soll dies noch nicht darstellen, heißt es vom Planer. Rechtskräftig ist der B-Plan dort nämlich noch nicht. Stefan Hoeft
Zarrenthin ·

Rund 25 Millionen Euro Investitionen und am Ende etwa 65 Häuser mit bis zu 250 Betten, dazu Verwaltungs-, Versorgungs- und Service-Einrichtungen: Das sind die ambitionierten Pläne der „Ferienpark Zarrenthin GmbH & Co. KG“ für die nördliche Uferhälfte des bisher parallel als Tagebau und lokale Naherholungs-Oase dienenden Zarrenthiner Kiessees bei Jarmen. Doch obwohl die hier zuständige Gemeinde Bentzin Mitte Mai 2019 das nötige grüne Licht für diese Nachnutzung des Kieswerk-Betriebsgeländes gab, lässt die Umsetzung auf sich warten. Denn die jetzt dort auf Höhe des Dorfes Zarrenthin angelaufenen umfangreichen Arbeiten haben mit dem Ferienpark an sich nichts zu tun, wie Mitgesellschafter und Planer Eric Kalke gestern auf Nordkurier-Anfrage klarstellte.

Seit gut einer Woche agieren mehrere Bagger auf dem Areal, beseitigen Aufschüttungen und Anlagen wie die alten Lichtmasten. Gleichzeitig herrscht ein reger Lkw-Pendelverkehr, wird neues Bodenmaterial herangekarrt und offensichtlich alles möglichst eben planiert. Auch der massive Schutzwall zwischen dem Dorfkern und dem Kieswerk verschwindet Baggerschaufel für Baggerschaufel, stattdessen entsteht ein etwas kleinerer Erddamm ein paar Meter westlich davon. Also genau dort, wo mal die Erschließungsstraße für das Ferienhausgebiet entlanglaufen soll.

Recht gibt Eigentümern freie Hand

„Die gegenwärtigen Arbeiten laufen alle noch unter Bergrecht, das sind Rekultivierungsmaßnahmen des Kieswerk-Betreibers“, erklärte Kalke. Und diese rechtliche Einstufung gibt den Eigentümern relativ freie Hand bei der Gestaltung. Andererseits hieß es schon im Sommer 2017, dass das Areal aus dem Bergrecht entlassen sei (Nordkurier berichtete). „Na klar wird das irgendwann mal die Zufahrt werden“, kommentierte er die gerade laufende entsprechende Baggerei, doch von einem Straßenbau könne keine Rede sein. Wohl wissend, dass ein Startschuss für den Ferienpark noch gar nicht erlaubt wäre.

Schließlich steht bisher die das Genehmigungsverfahren abschließende amtliche Veröffentlichung des B-Planes Nummer 1 weiterhin aus, sodass dieses Papier aktuell keine Rechtswirksamkeit besitzt.

Knackpunkt stellt die von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises geforderte Eintragung einer Dienstbarkeit für die Umweltschutz- und Ausgleichsmaßnahmen dar. Mit ihr soll garantiert werden, dass die vereinbarten Punkte auch zeitnah umgesetzt werden beziehungsweise Bestand behalten, falls mal der Eigentümer wechselt.

„Dabei handelt es sich teilweise um Pachtflächen, da hat sich die Klärung hingezogen“, begründete Eric Kalke die Situation. Gibt sich allerdings optimistisch, dass sich dieses „einzige Hemmnis“ in absehbarer Zeit lösen lässt. „Aber wir haben da jetzt auch nicht den großen Druck, weil wir ja für die Projektentwicklung schon die Rechtssicherheit durch den Satzungsbeschluss der Gemeinde haben, das war für uns ganz wichtig.“

Verzögerungen einkalkuliert

Überdies muss das Vorhaben ohnehin mit Verzögerungen rechnen, weil die Investoren bei der Anlage jener Stichkanäle hinterherhängen, die ins Nordufer vorgetrieben werden sollen, um mehrere Landzungen und damit einen Wasserzugang für jede Parzelle zu schaffen. Diese Arbeiten dürfen aus Naturschutzgründen nämlich normalerweise nicht mehr nach Ende März passieren, sondern dann erst wieder im Herbst. „Die Wahrscheinlichkeit, dass das dieses Frühjahr noch was wird, ist relativ gering“, bestätigte der Planer.

Daher sei die offizielle Vermarktung des Ferienhausgebietes bisher nicht angelaufen, ergänzte er. Gleichwohl gebe es schon viele Leute, die sich nach dem Projekt erkundigten und durchaus Interesse daran zeigen. „Aber es ist noch nichts verkauft.“

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