AMTHOR IST EIN BAUER

Bauern: Stellt uns nicht als Umweltzerstörer dar

Für die Bauern der Region wird nicht nur das Wetter zum Problem, auch aus der Politik fühlen sie sich in ihrer Arbeit torpediert. CDU-Politiker Philipp Amthor hörte sich vor Ort die Kritik an.
Karsten Riemer Karsten Riemer
Vertreter der Bauernverbände trafen sich mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor (3. v. li.).
Vertreter der Bauernverbände trafen sich mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor (3. v. li.). Karsten Riemer
Zinzow.

Extreme Trockenheit hat die Landwirte der Region in den vergangenen beiden Jahren arg gebeutelt. Doch nicht nur das Wetter macht ihnen oft einen Strich durch die Rechnung. Auch von Seiten der Politik und im öffentlichen Diskurs gibt es Gegenwind. Die Bauern sehen sich als Verlierer. Darum machte sich der Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor (CDU) jetzt selbst ein Bild von der Stimmung. „Es ist wichtig, auch in schwierigen Zeiten vor Ort zu sein“, sagte Amthor. Und auf dem Hof von Landwirt Marco Gemballa in Zinzow zeigte sich, wie schwierig die Zeiten wirklich sind.

Eigens für das Gespräch waren Vertreter der Bauernverbände Mecklenburg-Strelitz, Vorpommern-Greifswald und Mecklenburg-Vorpommern angereist. Die entscheidende Frage stellte Gemballa gleich zu Beginn: „Lässt sich mit Sach- und Fachpolitik noch ein Ziel erreichen?“ Zunehmend sei ihm eine Polarisierung in der Gesellschaft aufgefallen, die sich gegen die Landwirtschaft richte. Und der Druck würde nicht geringer werden.

Seitens der Politik fühlt sich Gemballa ziemlich allein gelassen. Prominentes Beispiel: Glyphosat. „Es hieß mal, ein Verbot würde es erst geben, wenn es wissenschaftliche Belege gibt, dass es gefährlich ist“, sagte der Landwirt. Bis heute lägen solche Beweise allerdings nicht vor. Dennoch habe sich die Regierung von diesem Versprechen verabschiedet. Auch für den Chef des Bauernverbands Vorpommern-Greifswald, Gerd Rubnow, ist dieses Vorgehen ein Dorn im Auge. „Ich sehe, dass die Politik sich von der öffentlichen Meinung treiben lässt“, sagte er in Zinzow.

Ansichten, die auch für Amthor nachvollziehbar sind. „Die Kritik ist richtig, dass bestimmte Debatten sehr emotional geführt werden“, sagte er. Ein Problem seien dabei die unterschiedlichen Vorstellungen über den ländlichen Raum. „Es ist wichtig, dass nicht nur die urbane Perspektive eingenommen wird“, so der Bundestagsabgeordnete. Doch aktuell gebe es eine große Front gegen den ländlichen Raum.

Ein Fakt, den auch Christa Maria Wendig vom Bauernverband Mecklenburg-Strelitz verstärkt zu spüren bekommt. „Es ärgert mich, dass die Landwirte immer als Umweltzerstörer dargestellt werden“, sagte sie. Dabei werde immer wieder vergessen, dass sie mit ihren Erträgen auch Angestellte versorgen müssen. Vergleiche mit Landwirten aus den alten Bundesländern seien daher obsolet. „Dort haben die Bauern oft einen Zweitjob, und die Landwirtschaft läuft nebenbei“, so Wendig. Viele Themen also, die die Landwirte beschäftigen. Und für Amthor einiges, was er in den Bundestag mitnehmen kann.

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