WAPPEN GROß POLZIN

Baumstumpf stößt bei Polzinern auf wenig Gegenliebe

Wie so viele andere hätte auch die Gemeinde Groß Polzin gern ein Wappen. Die jetzt vom Heraldiker vorgelegten Entwürfe sind bei den Verantwortlichen allerdings durchgefallen.
Matthias Diekhoff Matthias Diekhoff
Diese drei Entwürfe für ein Gemeindewappen wurden den Groß Polzinern vorgelegt.
Diese drei Entwürfe für ein Gemeindewappen wurden den Groß Polzinern vorgelegt. Matthias Diekhoff
Bürgermeister Sebastian Hornburg hätte gern mehr Bezüge zu Vorpommern im Wappen.
Bürgermeister Sebastian Hornburg hätte gern mehr Bezüge zu Vorpommern im Wappen. Karsten Riemer
Groß Polzin.

„Kaum ein anderes Mittel eignet sich besser, um Werte wie Heimatverbundenheit und Geschichtsbewusstsein zu fördern, als ein Wappen“, erklärte Innenminister Lorenz Caffier, als er vor zwei Jahren die erforderlichen Genehmigungen übergab, die es der fusionierten Gemeinde Neetzow-Liepen erlauben, ein eigenes Wappen zu tragen. Dieses zeigt im oberen Teil ein goldenes Schloss, das für Neetzow steht, und im unteren ein grünes Lindenblatt. Geht doch der Ortsname Liepen auf das slawische Wort für „Linde“ zurück, die im Polnischen zum Beispiel bis heute „Lipa“ heißt. Solchen „redenden Wappen“, die also den Ortsnamen in bildhafter Form wiedergeben, wird von Fachleuten eine „überragende Aussagekraft“ zugeschrieben.

Keinen Gefallen gefunden

Das muss aber nicht jeder gut finden. Nachdem die Groß Polziner Entwürfe für ihr künftiges Gemeinde-Wappen bei einem Heraldiker in Auftrag gegeben hatten, bekamen sie gleich drei Varianten eines „redenden Wappens“ vorgelegt. Polzin allerdings soll so viel wie „Holzstück“ bedeuten. Auf zwei Entwürfen ist auf grünem Grund tatsächlich ein Stück Holz zu sehen und auf dem dritten ein Baumstumpf mit einem kleinen Trieb. Dabei sollen die einzelnen Wurzelstränge für die sieben Ortsteile der Gemeinde stehen und der Trieb für den Neuanfang, erläuterte Jens Rüberg bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Gemeindeentwicklung und Bau. Trotzdem fand niemand so richtig Gefallen an den Vorschlägen des Heraldikers.

So fehlten dem Bürgermeister der Gemeinde, Sebastian Hornburg, Verweise auf Vorpommern, wie zum Beispiel der Greif oder die Farben Blau und Weiß. Aus den Reihen der Ausschussmitglieder kamen auch noch weitere Anregungen, was auf dem Wappen eine Rolle spielen sollte. Wie zum Beispiel das Wasserschloss Quilow, die Peene, landwirtschaftliche Symbole oder auch Eichenlaub. Diese Vorschläge sollen dem Heraldiker nun wieder als Grundlage für neue Entwürfe dienen, die dann vielleicht besser ankommen.

Wappengestaltung unterliegt Regeln

Groß Polzin gehört bisher zu den wenigen Gemeinden in der Anklamer Region, die sich überhaupt ein Wappen zulegen wollen. Neetzow-Liepen hat bereits eins und schon seit etwas längerer Zeit auch Ducherow. Das Wappen der Ducherower zeigt den pommerschen Greifen, der eine Raute hält, die wiederum dem Wappen der Adelsfamilie von Schwerin entlehnt ist.

Ob nun alle Vorschläge der Groß Polziner berücksichtigt werden können, bleibt abzuwarten. Schließlich unterliegt die Gestaltung von Wappen auch gewissen Regeln. So dürfen im wesentlichen nur die vier Farben Schwarz, Rot, Blau und Grün sowie die zwei Metalle Gold und Silber verwendet werden, wobei Gold und Silber zumeist in den Farben Gelb und Weiß dargestellt werden. Weiterhin darf Metall immer nur auf einer Farbe und eine Farbe nur auf einem Metall abgebildet werden. Bei den Wappenfiguren, wie zum Beispiel Symbole aus der Landwirtschaft, gibt es zwar eine große Auswahl, aber nicht alles findet Anklang. Während Getreideähren relativ oft in Gemeindewappen zu sehen sind, kommt moderne Technik, wie Mähdrescher und Traktoren, so gut wie gar nicht vor.

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