BERATUNGSSTELLE WEGWEISER

Behindertes Mädchen findet Hilfe

Wohin nach der Schule? Warum wurde das Blindengeld gekürzt? Und wie beantrage ich einen Schwerbehindertenausweis? Der„Wegweiser“ in der Peenstraße hilft in allen Lebenslagen.
Doreen Berlin (rechts) und ihre Kollegin von der Beratungsstelle „Wegweiser“ konnten Liz und Daniela Uteß sc
Doreen Berlin (rechts) und ihre Kollegin von der Beratungsstelle „Wegweiser“ konnten Liz und Daniela Uteß schon einige Male helfen. Matthias Diekhoff
Anklam ·

„Gut, dass es sowas gibt. Man ist doch sehr froh, wenn einem geholfen wird“, sagt Daniela Uteß. Gemeint ist damit die Beratungsstelle „Wegweiser“ von der ergänzenden unabhängigen Teilberatung (EUTB) der Lebenshilfe in der Anklamer Peenstraße 54. Helfen konnten die Mitarbeiter ihr tatsächlich schon einige Male, erzählt Daniela Uteß. Wegen einer Virusinfektion während der Schwangerschaft kam ihre Tochter Liz mit denkbar schlechten Voraussetzungen auf die Welt. Sie kann unter anderem weder sehen, noch sprechen und sie ist auf den Rollstuhl angewiesen. „Eigentlich hatte Liz kaum eine Chance“, erzählt Daniela Uteß. Aber das Mädchen wollte leben und hat sich als Kämpferin erwiesen. Inzwischen ist sie 19 Jahre alt.

Mädchen konnte an Fördergruppe vermittelt werden

Und wie es bei vielen jungen Leuten in dem Alter ist, wird das Leben noch komplizierter. Bis vor etwa einem Jahr besuchte Liz die Anklamer Kleeblatt-Schule, doch was danach sein würde, war zunächst noch unklar. Da Liz aber gern unter Menschen ist, war zuhause bleiben, keine Option. Eine Lösung musste her. Eine Lehrerin der Kleeblatt-Schule vermittelte dann den Kontakt zu Sylvia Holthoff, die zu dem Zeitpunkt in der Beratungsstelle „Wegweiser“ tätig war. Die habe dann geguckt, wo es einen Platz gibt, der Liz gefallen könnte. Fündig wurde sie schließlich bei der Fördergruppe der Gemeinnützigen Wohn- und Werkstätten GmbH (GWW) in Ueckermünde. Seit etwa einem Jahr wird Liz nun täglich abgeholt und wieder zurückgebracht. Und die junge Frau scheint damit zufrieden zu sein, sagt Daniela Uteß. Schließlich halfen Sylvia Holthoff und ihre Nachfolgerin Doreen Berlin auch noch dabei, die Grundsicherung für Liz zu beantragen und die Kürzungen beim Landesblindengeld wieder rückgängig zu machen.

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Viele wüssten gar nicht, was ihnen zusteht und wie man es beantragen kann, oder würden sich nicht trauen, Widerspruch einzulegen, wenn ihnen etwas weggenommen wird, weiß Doreen Berlin. Oder sie würden vor dem bürokratischen Aufwand kapitulieren. Aber eben auch für solche Fälle sei die Beratungsstelle da. Das Angebot der Einrichtung richte sich an Ratsuchende jeden Alters mit körperlichen, psychischen oder kognitiven Beeinträchtigungen und Behinderungen – auch schon, wenn sie davon bedroht sind – sowie an deren Angehörige.

Beratungen sind kostenlos und anonym

Die Themen der kostenlosen und anonymen Beratungen seinen unter anderem die Alltagsbewältigung, die Hilfe bei Pflegebedürftigkeit, bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, an Bildung, im Kindergarten, in der Schule oder im Arbeitsleben, erklärt Doreen Berlin. Es geht um Hilfe bei Antragstellungen, wie zum Beispiel den Schwerbehindertenausweis oder Rentenanträge. Generell könne erst mal jeder mit seinen Fragen und Problemen zur Beratungsstelle kommen. Falls sie nicht selbst helfen könne, könne sie aber zumeist vermitteln, so die Beraterin. Da die Beratungsstellen durch den Bund gefördert werden, seien sie unabhängig von etwa Krankenkassen, Ämtern oder Trägern von sozialen Diensten.

Kontakt 

Telefon unter 0157 80599615

per E-Mail an [email protected]

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