Viele Einsatzkräfte treffen am Feuerwehrgerätehaus in Bugewitz nicht gerade ein, wenn es in der Gemeinde brennt.
Viele Einsatzkräfte treffen am Feuerwehrgerätehaus in Bugewitz nicht gerade ein, wenn es in der Gemeinde brennt. Christian Johner
Die Bugewitzer Bürgermeisterin Ruth Schiller
Die Bugewitzer Bürgermeisterin Ruth Schiller Schulz, Philipp
Feuerwehr/Bugewitz

Bei der Bugewitzer Feuerwehr brennt es

Was passiert, wenn es im Gemeindegebiet Bugewitz brennt? Normalerweise sollte die ansässige Freiwillige Feuerwehr den Brandschutz absichern, doch diese Absicherung ist nicht mehr gegeben.
Bugewitz

Es kommt häufiger vor, dass die Gemeinden im Anklamer Umland über Personalnot in den Freiwilligen Feuerwehren klagen. Bugewitz allerdings ist eine Gemeinde, der es besonders schlecht geht. Dabei wurde in der Vergangenheit viel getan, um neue Einsatzkräfte zu gewinnen – jedoch ohne wirklichen Erfolg. „Wir haben beispielsweise im vergangenen Jahr zusammen mit dem Landkreis einen Tag der offenen Tür veranstaltet. Auch eine Einwohnerversammlung brachte nicht den erwünschten Erfolg. Es liegt nicht daran, dass wir nicht wollen“, sagt die Bugewitzer Bürgermeisterin Ruth Schiller. Wie viele aktive Mitglieder die Feuerwehr Bugewitz hat, das wollte Ruth Schiller gegenüber dem Nordkurier nicht genau sagen. Von einer schlagkräftigen Truppe kann aber offenbar nicht die Rede sein. Nicht umsonst war das Feuerwehrproblem auch Thema in der jüngsten Gemeindevertretersitzung. „Die Lage ist prekär“, betont die Bürgermeisterin.

Hoffentlich bleibt Bugewitz von schwerem Brand verschont

Während andere Gemeinden trotz ihrer Personalnot den Brandschutz und die technische Hilfeleistung absichern können, ist das bei der Gemeinde Bugewitz nicht mehr der Fall. Das hat die Analyse der Einhaltung der Brandschutzbedarfsplanung ergeben. Ruth Schiller hofft, dass Bugewitz wie in der jüngsten Vergangenheit auch von einem schweren Brand verschont bleibt: „Wir können dem lieben Herrn danken, dass noch nichts passiert ist.“ Doch die schwierige Lage ist nicht nur der Personalnot geschuldet, ein Problem ist auch das große Gemeindegebiet, für das die Feuerwehr in Bugewitz verantwortlich ist. Das Land schreibt eine Ausrückzeit von zehn Minuten vor, doch allein die Fahrzeit von Bugewitz nach Kamp beträgt gute 20 Minuten. „Den Anklamer Stadtbruch und den Ortsteil Kamp unter den Hut zu bringen, ist das Problem“, sagt Ruth Schiller.

Ducherower haben ebenfalls Personalprobleme

Die Gemeinde Bugewitz hat daher die Gemeinde Ducherow um Unterstützung gebeten – Nachbarschaftshilfe ist zwar möglich, doch mehr nicht. Denn die Ducherower Feuerwehr hat selbst damit zu tun, ihre Einsatzbereitschaft im eigenen Gemeindegebiet abzusichern. „Die Ducherower sind mit sich beschäftigt, weil sie ebenfalls Personalprobleme haben“, erklärt Ruth Schiller. Damit können die Nachbarn den Brandschutz der Gemeinde Bugewitz nicht absichern. Ein weiteres Problem ist, dass die Gemeinde Bargischow, von der aus man am schnellsten zum Bugewitzer Ortsteil Kamp gelangt, keine Feuerwehr hat und deren Gebiet von der Freiwilligen Feuerwehr Anklam abgedeckt wird.

Problemlösung angestrebt

Am 12. September soll es ein Treffen geben, an dem das Ordnungsamt, die Amtswehrführung des Amtes Anklam-Land, die Freiwilligen Feuerwehren aus Ducherow und Bugewitz und Vertreter der beiden Gemeinden beteiligt sein sollen. „Wir werden dort nach Lösungen für die Probleme suchen“, kündigt Ruth Schiller an, die hofft, dass bis zu diesem Treffen wenigstens noch zwei einsatzbereite Mitglieder in die Feuerwehr eintreten werden. „Viel Potenzial haben wir aber nicht mehr.“

zur Homepage