Vor Ort wurde die Lebensgeschichte der ehemaligen jüdischen Bewohner in Anklam von den Schülern vorgetragen.
Vor Ort wurde die Lebensgeschichte der ehemaligen jüdischen Bewohner in Anklam von den Schülern vorgetragen. Anne-Marie Maaß
Die Stolpersteine wurden mit Fit und Wasser geputzt.
Die Stolpersteine wurden mit Fit und Wasser geputzt. Anne-Marie Maaß
Holocaust-Opfer

Besuch hält Gedenken in Anklam wach

Insgesamt 19 Schülerinnen und Schüler aus Rövershagen waren am Dienstag mit ihren Lehrern nach Anklam gereist, um einen wichtigen Job zu erledigen.
Anklam

Wenn die Schüler und Lehrer um Petra Klawitter von der Europaschule aus Rövershagen nach Anklam kommen, sei es wie bei einem Besuch von guten Freunden, auf die man sich freue, begrüßte am Dienstag Anklams Bürgermeister Michael Galander seine Gäste.

Die insgesamt 19 Schülerinnen und Schüler samt ihrer Betreuer kamen indes nicht nur zum Vergnügen in die Peenestadt, sondern hatten eine wichtige Aufgabe zu erfüllen.

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Engagement für Stolpersteine

In Zusammenarbeit mit der AG „Kriegsgräber” der Schule hat sich über die zurückliegenden Jahren ein enges Band zwischen der Schule und der Stadt Anklam geknüpft. Viele Erkenntnisse über das jüdische Leben in Anklam bis zum Zweiten Weltkrieg konnten so durch die Recherchen der Schüler gesammelt werden. Auch Gedenkorte wie zahlreiche „Stolpersteine” in der Stadt gehen somit auf das Engagement der Schüler zurück.

Nun stand für sie die Pflege auf dem Programm. Gemeinsam wurden so am Mittwoch zunächst die Anklamer Stolpersteine abgegangen. An den einzelnen Orten wurde den verfolgten Juden der Stadt gedacht und die Steine gesäubert. Ebenso stand ein Arbeitseinsatz auf dem jüdischen Friedhof sowie am sowjetischen Ehrenmal auf dem Tagesablauf. Zudem sollte auch das Anklamer Wehrmachtsgefängnis noch besucht und bei einer Führung erkundet werden.

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Geschichte erlebbar machen

Für die 12- bis 18-jährigen Teenager gab es in Anklam also ein straffes Programm. Für Lehrerin Petra Klawitter ist dies nach wie vor eine eindrückliche Art, Geschichte für die Schüler erlebbar zu machen. Immerhin finde sich diese quasi auf der Straße wieder. In Anklams Schulen hat das langjährige Projekt der Europaschule aus Rövershagen bislang allerdings nach wie vor keine Nachahmer gefunden. Auch deshalb geht wohl der Hinweis des Bürgermeisters an die Partner, wie stolz diese auf ihre Schule sein können.

Anklam war indes nicht der einzige Einsatzort für die AG aus Rövershagen. Insgesamt acht Tage sind sie nun Land unterwegs, besuchten bisher bereits Rostock, Schwerin, Kühlungsborn, die Gedenkstätte „Fünf Eichen” in Neubrandenburg oder auch das Grenzhus in Schlagsdorf. In den kommenden Tage sind zudem noch Besuche in Golm und Heringsdorf auf Usedom geplant. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Stiftung Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Ehrenamtsstiftung MV.

 

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