Mit einem Einbruch in die Turnhalle fing es an. Dann zog der 20-Jährige durch die Straßen von Ducherow, warf Scheiben ein und schlug schließlich ein Ehepaar krankenhausreif. Jetzt befasste sich das Jugendgericht mit dem Fall.
Mit einem Einbruch in die Turnhalle fing es an. Dann zog der 20-Jährige durch die Straßen von Ducherow, warf Scheiben ein und schlug schließlich ein Ehepaar krankenhausreif. Jetzt befasste sich das Jugendgericht mit dem Fall. Gabriel Kords
Ducherower Promille-Amok

Bewährungsstrafe für den Täter

Er war betrunken, und er mischte ein ganzes Dorf auf. Das war im Oktober. Jetzt ist der Ducherower Denny K. für seine Tat verurteilt worden: Er muss zunächst nicht ins Gefängnis, aber er muss soziale Arbeit leisten.
Ducherow

Sogar eine Greifswalder Schulklasse hörte im Gerichtssaal zu, als am dortigen Jugendgericht die Tat verhandelt wurde, die im Oktober ganz Vorpommern erschütterte: Der „Promille-Amok“ von Ducherow, bei dem der 20-Jährige Denny K. (Name geändert) nachts betrunken durch sein Heimatdorf zog, Scheiben zerschlug und am Ende bei einem nichts ahnenden Ehepaar klingelte, das er krankenhausreif schlug.

Nach kurzem Prozess steht nun fest: Denny K. wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt, die allerdings für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Ins Gefängnis muss der junge Mann also nicht – vorausgesetzt, er hält sich die kommenden drei Jahre peinlich genau an Recht und Gesetz und erfüllt auch seine Bewährungsauflagen. Die lauten: 300 Stunden Sozialarbeit und ein Gang in die Suchttherapie.

Denn der Teufel Alkohol war es nicht nur, der den jungen Mann in der Tatnacht so benebelte. Vielmehr ist Alkohol schon seit Jahren ein Problem im Leben von Denny K., so berichten es seine Freunde. Was aus seinem Umfeld aber auch verlautet: Dass der Junge seine Tat bereut und dass sie ihn womöglich tatsächlich wachgerüttelt hat.

Das sagte Denny K. auch beim Prozess, entschuldigte sich mehrfach bei den Eheleuten und auch bei Bürgermeister Karsten Naumann. Denn angefangen hatte er in der Tatnacht mit einem Einbruch in die Turnhalle.

Roberto Bluhm, Sozialarbeiter beim Jugendclub, in dem Denny vor seiner Tat regelmäßiger Gast war, glaubt, dass Denny es ernst meint mit der Reue, und dass ihm nicht nur sein Strafverteidiger dazu geraten hat: „Er ist wirklich bestrebt, sein Leben von Grund auf zu ändern“, sagt Bluhm: „Dieser Wille ist wirklich da.“ Das Verbot für Denny, am Club-Geschehen teilzunehmen, hat er trotzdem zunächst aufrechterhalten: „Ich muss ihn behandeln wie jeden anderen auch.“ Trotzdem kann Denny einen Teil seiner Sozialstunden in dem Club ableisten.

 

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