RÜGEN UND USEDOM

Bis zu 100 Euro Prämie winken für Hecht-Fang

Das Forschungsprojekt „Boddenhecht“ stattet Hechte mit Peilsendern aus, um mehr über deren Verhalten rauszufinden. Wer einen markierten Hecht oder einen der Peilsender-Hechte fängt und meldet, kann mit einer Prämie rechnen.
Mehrere hundert Hechte wurden in den Boddengewässern gefangen, markiert und wieder freigelassen. Fotos: Henning Stallmeye
Mehrere hundert Hechte wurden in den Boddengewässern gefangen, markiert und wieder freigelassen. Philipp Czapla
Ein Teil der Hechte trägt elektronische Peilsender in ihrer Bauchhöhle – zu erkennen an der Naht hinter der Br
Ein Teil der Hechte trägt elektronische Peilsender in ihrer Bauchhöhle – zu erkennen an der Naht hinter der Brustflosse und an einer weißen Fähnchenmarke unterhalb der Rückenflosse Robert Arlinghaus
Vorpommern.

Wie geht es eigentlich dem Boddenhechtbestand? Diese Frage möchten Fischereibiologen des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Kooperation mit dem Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt M-V in Rostock im Rahmen des von der EU und dem Land Mecklenburg-Vorpommern geförderten Forschungsprojekts „Boddenhecht“ unter der Leitung von Prof. Dr. Robert Arlinghaus beantworten.

Peilsender helfen zu verstehen, wie Hechte wandern

Besonders im Fokus steht das Wanderverhalten der Fische zwischen den einzelnen Bodden, aber auch den Süßwasserzuflüssen und welchen Umwelteinflüssen diese Wanderungen unterliegen. Ebenso untersucht wird dabei die soziale und ökonomische Bedeutung des Boddenhechts für Fischer und Angler. Ein Netz von Empfangsstationen in den Bodden hilft zu verstehen, wie die Peilsender-Hechte wandern. Wer markierte Hechte fängt, wird gebeten, diese Fische bei den Forschern zu ­melden.

Im Rahmen des Projekts wurden seit Februar über 1 000 Hechte in allen Boddengewässern rund um Rügen und auch im Peenestrom ausgesetzt und markiert. Davon haben etwa 300 Tiere einen zusätzlichen Peilsender eingesetzt bekommen. Diese Hechte sind mit weißen Fähnchenmarken gekennzeichnet, damit erkennbar ist, dass es sich um einen „Senderhecht“ handelt.

Wer einen Hecht mit Sender angelt, erhält Prämie

Das Angeln könnte sich in Zukunft also lohnen, denn für gemeldete Fänge können bis zu 100 Euro Prämie ausgezahlt werden. Nicht unwahrscheinlich, dass der ein oder andere heimische Angler hier einen besonderen Hecht aus der Peene an Land zieht. Außerhalb der Schonzeit können die mit orangenen Fähnchenmarken markierten Hechte selbstverständlich ganz normal entnommen und verspeist werden. Peilsender-Hechte mit weißen Fähnchenmarken sollen aber möglichst zurückgesetzt werden. Eine Prämie bei Erstfang winkt trotzdem, sofern die Nummer auf dem Fähnchen gemeldet wird.

„Erste Ergebnisse zur sozialen und ökonomischen Bedeutung der Angelfischerei liegen schon vor. So hängen beispielsweise von den Ausgaben der Angeltouristen rund 300 Arbeitsplätze in der Region ab, wie die Forscher des IGB zusammen mit dem Thünen Institut für Ostseefischerei herausgefunden haben. Rückschlüsse auf das Wanderverhalten der Hechte werden frühestens zum Herbst 2021 erwartet“, erklärt Prof. Dr. Arlinghaus. Von Februar bis Juni wurden bislang 64 Hecht-Wiederfänge von Fischern und Anglern gemeldet.

Auch interessant: Warum Hechte in der Schonzeit geangelt werden

Weitere Informationen gibt es unter

www.ifishman.de/fangmeldung und

www.boddenhecht-forschung.de oder

unter 0160-94478446.

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