Die Gemeinde Blesewitz südlich von Anklam hat sich einstimmig für das 52-Hektar-Solarprojekt ausgesprochen.
Die Gemeinde Blesewitz südlich von Anklam hat sich einstimmig für das 52-Hektar-Solarprojekt ausgesprochen. NK-Grafik
Frank Zibell ist Bürgermeister der Gemeinde Blesewitz.
Frank Zibell ist Bürgermeister der Gemeinde Blesewitz. NK-Archiv
Fotovoltaik-Flächen

Blesewitz gibt grünes Licht für 52-Hektar-Solarpark – einstimmig!

Einstimmig für das große Solarprojekt: Ganz ohne Dampf und öffentliches Getöse hat sich die Gemeinde Blesewitz vor Weihnachten für den Bau eines Solarparks ausgesprochen.
Anklam

Während es in anderen Kommunen zum Thema Solarpark ordentlichen rappelt, hat die Gemeindevertretung Blesewitz in ihrer letzten Sitzung 2021 pragmatisch und einstimmig den B-Plan für einen etwa 52 Hektar großen Solarprojekt beschlossen. Rund 26 Millionen Euro will die Firma Anumar in der kleinen Gemeinde südwestlich von Anklam investieren. Weitere Solarfelder plant das bayerische Unternehmen ja bereits auf Feldern bei Stretense und in der Gemeinde Ducherow.

Klarer Unterschied gegenüber Windprojekten

Laut Frank Zibell, Bürgermeister von Blesewitz, wurde die ganze Thematik in der Gemeindevertretung sachlich und objektiv diskutiert. So sei sich die Gemeinde der Notwendigkeit der Energiewende bewusst und spricht sich eindeutig auch für erneuerbare Energien aus. Einen klaren Unterschied macht Zibell dabei aber zwischen Solarprojekten und der Windenergie, denn gegen das geplante Windfeld in der Gemarkung seiner Gemeinde will er weiterhin mit allen Mitteln kämpfen. In Sachen Solar sei der Tenor aber grundsätzlich positiv, meint der Bürgermeister von Blesewitz, deshalb auch das einstimmige Votum für das Projekt.

Die Gemeinde Blesewitz südlich von Anklam hat sich einstimmig für das 52-Hektar-Solarprojekt ausgesprochen.

In der Zusammenarbeit dem Investor fühlten sich Zibell und seine Gemeindevertreter bislang immer ernst genommen. Man hätte auf Augenhöhe miteinander diskutiert, meint er und ist sich sicher, dass man so einen Global Player als Partner und nicht als Gegner sehen sollte, um in so einer kleinen Gemeinde wie Blesewitz etwas erreichen zu können.

In seinen Augen wird die Gemeinde durch das Projekt, nicht zuletzt natürlich auch durch die damit verbundenen zusätzlichen Einnahmen, aufgewertet. Dabei denkt das Gemeindeoberhaupt zum einen an die generelle Infrastruktur, aber auch an den Jugendclub im Ort, an die Feuerwehr und die Sportvereine, die am Ende profitieren sollen.

Regionale Wertschöpfung erhofft

Anumar selbst setzt nach eigenen Angaben genau auf diese enge Verknüpfung zwischen den regionalen Akteuren und dem Unternehmen. Auch für das Solarprojekt Blesewitz kündigt der Investor eine positive Entwicklung der regionalen Wertschöpfung an und will beispielsweise schon in der Bauphase Aufträge für Tiefbau und Elektroinstallationen an hiesige Firmen vergeben. Nach Fertigstellung des Solarparks rechnet Anumar mit einer jährlichen Wertschöpfung von über 50.000 Euro allein für die Wartung und Bewirtschaftung der Solaranlage.

Auch die Gewerbesteuer-Einnahmen sollen zu 100 Prozent vor Ort in der Kommune bleiben. Anumar plant den Sitz der Solarpark-Betreibergesellschaft in Blesewitz, bestätigt eine Unternehmenssprecherin Martina Wurzel.

Für Frank Zibell ist das Projekt alles in allem „eine runde Sache”. Alle weiteren Einzelheiten, Verträge und auch Informationen an die Bürger der Gemeinde würden nun in den nächsten Arbeitsschritten folgen, kündigt er an. Doch Zibell ist sich ziemlich sicher, dass er auch dabei auf die breite Unterstützung seiner Gemeindevertretung und der Bevölkerung setzen kann.

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