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Blinde Zerstörungswut oder einfach nur blöd?

Polizeihauptmeister Roland Fernow und Marcel Falk begutachten den Schaden am Aussichtsturm Grüttow. [KT_CREDIT] FOTOs: Veronika Müller

VonVeronika MüllerGeklaut oder als Brennholz ins Feuer geworfen?Der Aussichtsturm am Grüttower Grund steht bei Randalierern offenbar hoch im Kurs. Diesmal ...

VonVeronika Müller

Geklaut oder als Brennholz ins Feuer geworfen?
Der Aussichtsturm am Grüttower Grund steht bei Randalierern offenbar hoch im Kurs. Diesmal haben
sie ordentlich hingelangt: Der Schaden wird auf
rund 500 Euro geschätzt.

Grüttow.Die Zerstörungswut kennt offenbar keine Grenzen. Immer wieder haben es ein paar Randalierer auf den Aussichtsturm am Grüttower Grund abgesehen. Mal fehlen Gehwegplatten, dann werden die Zufahrtssteine verrückt, um bequem mit dem Auto bis ans Peeneufer zu rollen und diesmal waren die Holzbohlen dran. Insgesamt 14 Stück mussten dran glauben.
Ein Schaden von 500 Euro, schätzt Marcel Falk, der als Chef des Vereins Vorpommersche Dorfstraße und quasi Eigentümer dieser Naturbeobachtungsstation für die Instandhaltung des Turms verantwortlich ist. „Ich kann das überhaupt nicht glauben. Alle naselang renne ich herum, um den Schaden zu begutachten, die Polizei zu informieren, für die Reparatur zu sorgen und was weiß ich noch alles. Ich habe auch noch anderes zu tun“, wettert er über das ungute Treiben der Zerstörungswütigen. Und auch diesmal sieht es nicht gut aus für den Turm. Die Querbalken, die für Sicherheit sorgen sollen, sind fast alle herausgerissen. Mit roher Gewalt oder mit entsprechendem Werkzeug. Falk zuckt die Schultern. Verärgert fischt er zwei Bohlen aus dem Schilf am Peeneufer. Zu gebrauchen sind auch sie nicht mehr. Die restlichen zwölf? Keine Spur zu entdecken. Doch Falk hat eine Ahnung, wo die sein könnten. Er zeigt auf einen Ascherest – offenbar ein Lagerfeuer.
Auch Polizeihauptmeister Roland Fernow kann sich das vorstellen, dass Jugendliche oder Angler hier ein Feuer entzünden wollten und weil kein entsprechendes Holz da war, wurden eben die Bohlen herausgerissen. „Banausen“, schimpft Falk und schüttelt den Kopf. Nicht auszudenken, wenn Wanderer hier zu Schaden kommen. Aber daran denken die Randalierer wohl keine Sekunde lang. „Hauptsache, sie haben ihr Vergnügen.“ Ob die Täter mit dem Fahrzeug oder mit dem Boot gekommen sind, ist schwer zu sagen. Der Verdacht liegt nahe, dass sie mit Autos „angereist“ sind, denn die riesigen Steine, die die Zufahrt zum Peeneufer blockieren, waren wieder einmal beiseite geräumt worden. „Die haben wir schon wieder zurück befördert.“
Ob die Randalierer jemals gefasst werden, bleibt vorerst offen. Anzeige gegen unbekannt jedenfalls hat Falk erstattet. Als nächstes muss die Reparatur veranlasst werden. Denn die Sicherheit hat Vorfahrt. „Sonst können wir den Turm hier bald dicht machen und das wäre schade“, sagt er mit Blick auf die Peene, die hier einen traumhaften Anblick bietet. Doch dafür haben die Rowdys offenbar so gar keine Antennen. Schade.