Aktuell wird vom Polizeilichen Staatsschutz geprüft, von wem die Blumengebinde und Grabkerzen stammen und ob es sich dabe
Aktuell wird vom Polizeilichen Staatsschutz geprüft, von wem die Blumengebinde und Grabkerzen stammen und ob es sich dabei um ein politisches Statement handelt. ZVG
Gedenken

Blumengrüße von Anklamer Neo-Nazis?

Schwarz-weiß-rote Grabkerzen und Trauerflor am neuen Gedenkstein am Alten Friedhof in Anklam brachten am Montag den Polizeilichen Staatsschutz auf den Plan. Der Stifter verwahrt sich gegen politische Vereinnahmung.
Anklam

Erst am Freitag wurde der neue Stein zum Gedenken an die 330 Opfer des amerikanischen Bombenangriffs 1943 in Anklam eingeweiht, schon sorgen ominöse Blumenkränze dort für Verwirrung. Peter Eggert, der Stifter des Gedenksteins, entdeckte diese am Montagvormittag.

Die schwarz-rot-weißen Gebinde samt Schleifen mit der Aufschrift „Volksmord bleibt unvergessen“ und der Abkürzung „K.B.A.”, die sich auch auf drei Grabkerzen wiederfindet, lassen dabei durchaus auf die rechtsextreme Szene schließen. Der Verfassungsschutzbericht für MV für 2018 erwähnt als Neonazi-Struktur den „Kameradschaftsbund Anklam”.

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„Gedenken darf keinesfalls politisch vereinahmt werden”

Wenn sich dies bestätigen sollte, hat Eggert dazu eine eindeutige Meinung. „Wir wollen mit dem Stein der 330 Menschen gedenken, die ihr Leben aufgrund des mörderischen NS-Regimes verloren haben. Das darf keinesfalls politisch vereinnahmt werden“, betont er.

Ob der Trauerflor wirklich von rechten Gruppierungen stammt und politisch motiviert ist, prüft bereits der polizeiliche Staatsschutz. Zudem obliege es dem Besitzer des Grundstücks, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen und auch entsprechende Blumengebinde zu entfernen, teilt das Polizeipräsidium in Neubrandenburg mit.

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