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Respektlose Diebe

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Blumenkübel vom Anklamer Friedenszentrum geklaut

Noch nicht einmal vor dem Anklamer Friedenszentrum machen Diebe Halt.
Noch nicht einmal vor dem Anklamer Friedenszentrum machen Diebe Halt.
Weronika Janusz

Eigentlich sollten die großen Blumenkübel dem Weg zum ehemaligen Erschießungsplatz einen würdigen Rahmen verleihen. Doch Diebe haben es auf die Bepflanzung abgesehen. Und das nicht zum ersten Mal.

Noch nicht einmal vor dem Anklamer Friedenszentrum machen Diebe Halt. Viel mehr noch, die Langfinger scheinen sich in den vergangenen Monaten regelrecht auf das Gelände des ehemaligen Wehrmachtsgefängnisses in der Friedländer Landstraße eingeschossen zu haben. Ihre Beute: große Blumenkübel, die mit Koniferen bepflanzt sind.

Hatten die Diebe zunächst nur die Kübel im Visier und ließen die Pflanzen stehen, ist zuletzt gleich die ganze Bepflanzung samt Topf verschwunden. Für Bürgermeister Michael Galander, der auch Vorsitzender des Stiftung-Vorstandes ist, ist das nicht nur ärgerlich, sondern eindeutig auch respektlos. Die bepflanzten Kübel flankierten nämlich den Weg zum früheren Erschießungsplatz, sollten diesem einen würdigen Rahmen verleihen.

Diebe schlugen zum zehnten Mal zu

Inzwischen hätten die Diebe nun aber bereits zum zehnten Mal zugeschlagen und das innerhalb von zwei Jahren. „Bei einem Schaden von rund 150 Euro pro Topf kommt da schon eine erhebliche Summe für die Stiftung zusammen“, sagt Galander. Deshalb habe sich der Vorstand nun entschlossen, eine Belohnung von 200 Euro für Hinweise auszuloben, die zum Täter führen.

So erhoffen sich die Aktiven, dass endlich Bewegung in den doch etwas merkwürdigen Fall kommt. Denn eigentlich ist der Bereich, in dem die Töpfe stehen, nicht frei zugänglich – zumindest nicht für jeden Passanten. Außer dem Friedenszentrum hätten allerdings auch noch andere Anlieger Schlüssel für den Zugang. Doch auch das habe bislang nicht zu Ermittlungen geführt.

Galander: Polizei reagierte mit Desinteresse

Die Polizei hat eher mit Desinteresse auf die Anzeige reagiert, fasst Michael Galander zusammen. Dort habe man den Fall zwar angezeigt, gleichzeitig sei es den Beamten aber wohl nicht wichtig genug gewesen, sich die Begebenheiten vor Ort wenigstens mal anzuschauen, sagt der Bürgermeister.

Jetzt bleibt die Hoffnung, dass die Belohnung vielleicht doch den einen oder anderen Zeugen auf den Plan ruft. Zumal der wiederholte Diebstahl nicht allzu unauffällig gewesen sein kann. „Die Töpfe sind so schwer und groß, dass man sie nicht mal eben wegträgt. Da ist wohl eher ein Anhänger notwendig“, sagt Galander.