CORONA-KRISE

Breitbandausbau in Vorpommern wegen fehlender polnischer Arbeiter auf Sparflamme

Nachdem die Mitarbeiter der polnischen Firmen nicht mehr eingereist sind, lässt das neue Glasfasernetz noch auf sich warten. Derweil hat sich die Lage in Polen selbst verschärft.
Seit die polnischen Bauarbeiter nicht wieder eingereist sind, herrscht Stillstand beim Breitbandausbau in der Gemeinde Rubkow.
Seit die polnischen Bauarbeiter nicht wieder eingereist sind, herrscht Stillstand beim Breitbandausbau in der Gemeinde Rubkow. Matthias Diekhoff
Blick auf die fast leere Strandpromenade in Kolobrzeg (Kolberg) in der Wojewodschaft Westpommern. Die polnische Regierung hat
Blick auf die fast leere Strandpromenade in Kolobrzeg (Kolberg) in der Wojewodschaft Westpommern. Die polnische Regierung hat die Beschränkungen für die persönliche Bewegungsfreiheit verschärft. Marcin Bielecki
Rubkow.

Nachdem der Breitbandausbau in der Gemeinde Rubkow Mitte März gestoppt wurde, da die Mitarbeiter der beauftragten polnischen Firmen wegen der Maßnahmen auf beiden Seiten der deutsch-polnischen Grenze im Zuge der Corona-Krise nicht mehr eingereist sind, wurde in der vergangenen Woche in einigen Ortsteilen zumindest die künftige Trasse der Glasfaserleitungen grob abgesteckt, informierte Bürgermeister Holger Wendt. Er zeigte sich auch zuversichtlich, dass die Arbeiten mit verstärkten Anstrengungen fortgesetzt werden, wenn sich die Umstände wieder etwas normalisiert haben. Wann das jedoch sein wird, könne jetzt noch nicht gesagt werden.

Maßnahmen gegen Virus-Ausbreitung verschärft

In Polen selbst, woher etwa 80 Prozent der mit dem Breitbandausbau in der Region beschäftigen Firmen stammen, wurden unterdessen die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus noch einmal deutlich verschärft. Unter anderem dürfen Minderjährige unter 18 Jahren das Haus alleine und ohne Betreuung eines Erwachsenen nicht mehr verlassen. Reisen und der Aufenthalt an öffentlichen Orten sowie in Grünanlagen wie Parks, an Stränden, auf Boulevards, Promenaden sowie in botanischen Gärten sind untersagt. Zudem wurden in Geschäften „Seniorenzeiten“ eingeführt. Zwischen 10 und 12 Uhr sollen nur noch Menschen ab 65 Jahren bedient werden.Als besonders kritisch könnte sich dabei die Maßnahmen erweisen, die religiöse Feste und Gottesdienste betreffen. Gilt das Ostern im Nachbarland doch als einer der wichtigsten kirchlichen Feiertage und am Ostersonntag sind die Kirchen normalerweise rappelvoll. Allerdings sollen die Beschränkungen vorerst auch nur bis zum 11. April (Ostersonnabend) gelten.

Das Ostergeschäft in den Hotels dürfte allerdings auch auf dem polnischen Teil der Insel Usedom komplett ausfallen. Hotels und andere Übernachtungsmöglichkeiten sollen schon seit Donnerstag für Privataufenthalte geschlossen bleiben. Restaurants, Cafés, Bars und Pubs bleiben ebenfalls geschlossen und dürfen nur Lieferdienste und Essen zum Mitnehmen anbieten.

Spendenaktion für Obdachlose

Allerdings sorgt die Krisensituation auch im Nachbarland für lichte Momente. So ist der Besitzer eines Swinemünder Hotels an den Stadtpräsidenten von Swinoujscie (Swinemünde) Janusz Zmurkiewicz herangetreten, um die Nahrungsmittel, die er bereits für die Versorgung der Ostergäste eingekauft hatte, an Obdachlose zu spenden. Die Szczeciner Philharmonie – unter anderm – ermöglicht es ihren Fans, Konzerten per Internet zu lauschen.

Zum Ende der vergangenen Woche gab es in der gesamten Wojewodschaft Westpommern nach offiziellen Angaben um die 90 bestätigten Fälle einer Corona-Infektion. Die meisten davon im Landkreis Gryfice (Greifenberg/23) und in der Stadt Szczecin (Stettin/17). Aus Swinemünde gab es bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Meldungen.

 

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Rubkow

Kommende Events in Rubkow

zur Homepage