CORONAVIRUS IN MV

Britische Mutationen in Anklamer Krankenhaus nachgewiesen

Im Ameos Klinikum sind vermehrt Patienten und Mitarbeitende positiv auf das Covid-19-Virus getestet worden. Mittlerweile sind es so viele, dass sich die Krankenhausleitung dazu entschlossen hat, einen Aufnahmestopp für einige Stationen zu verhängen.
Erste Laborergebnisse hätten die britische Mutation B 1.1.7. in der Region nachgewiesen und lassen darauf hindeuten, dass
Erste Laborergebnisse hätten die britische Mutation B 1.1.7. in der Region nachgewiesen und lassen darauf hindeuten, dass die Mutation in Teilen Usedoms und in Anklam mittlerweile stark verbreitet ist. NK_Montage/Maaß
Anklam ·

Während die Ministerpräsidenten und die Bundesregierung über Lockerungsmaßnahmen diskutieren, gibt es weiterhin ein sehr intensives Infektionsgeschehen, vor allem im südlichen Teil der Insel Usedom und in Anklam. Dieses macht auch an der Pforte des Anklamer Krankenhauses nicht Halt. Auf Nordkurier-Nachfrage hat die Krankenhausleitung nun bestätigt, dass vermehrt Patienten und Mitarbeitende auf das Covid-19-Virus positiv getestet wurden.

Nach zunächst wenigen Einzelfällen in den zurückliegenden Monaten, die hier in Anklam stationär behandelt worden sind, nahmen die Fallzahlen parallel zur steigenden Entwicklung in den Anklamer Pflegeeinrichtungen auch im hiesigen Krankenhaus zu.

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Kinderstation ist vorübergehend geschlossen

„Infolge der stark angestiegenen Infektionsfälle und zum Schutz der Patienten und Mitarbeitenden werden derzeit keine Patienten in den Kliniken Innere Medizin, Chirurgie und Gynäkologie aufgenommen“, heißt es in einer Stellungnahme vom Krankenhausbetreiber Ameos. Kinder können derzeit im Notfall ambulant behandelt werden, die Kinderstation ist aber vorübergehend ebenso geschlossen. Die Notfallambulanz des Krankenhauses, die Intensivstation und die Geburtshilfe würden aber weiterhin für die Patientenversorgung zur Verfügung stehen. Auch die Tagesklinik für Psychiatrie und die Psychiatrische Institutsambulanz für Kinder und Jugendliche bleiben regulär für die Patienten geöffnet.

Britische Mutante könnte in Teilen Usedoms und Anklam stark verbreitet sein

Besonders problematisch in diesem Zusammenhang ist die Information, dass nach den ersten eingeleiteten Maßnahmen die Laborergebnisse auch die britische Mutation des Coronavirus B 1.1.7. in der Region nachgewiesen hätten und darauf hindeuten, dass die Mutation in Teilen Usedoms und in Anklam mittlerweile stark verbreitet ist, erklärt Ameos-Sprecherin Anja Baum. Der Variante des Coronavirus wird zugeschrieben, deutlich ansteckender zu sein als das bisherige Virus. Die Fälle würden zwar weniger schwer verlaufen, aber generell auch viel öfter jüngere Leute betreffen.

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Im Ameos Klinikum Anklam ist zu Wochenbeginn das gesamte Personal auf das Corona-Virus getestet worden. Die Tests werden engmaschig wiederholt, um mögliche Infektionsketten umgehend zu unterbrechen. Zum Standard gehört seit Beginn der Corona-Pandemie, dass alle Patienten bei ihrer Aufnahme im Krankenhaus getestet und zunächst isoliert werden, bis das Testergebnis vorliegt. Auch die wenigen zugelassenen Begleitpersonen, zum Beispiel in der Pädiatrie und Geburtshilfe werden ebenfalls getestet. Die Lage im Krankenhaus wird, so die Sprecherin, zu Beginn der kommenden Woche neu bewertet. Gegebenenfalls werde der Aufnahmestopp dann verlängert oder aufgehoben.

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Die anderen Krankenhäuser in der Region sind über die aktuelle Lage im Klinikum informiert. Ebenso eingebunden ist der Rettungsdienst, sodass derzeit Patienten aus dem Raum Anklam in die umliegenden Kliniken gefahren werden können. Zudem steht das Schwesterkrankenhaus in Ueckermünde für die Behandlung von Notfällen vorrangig zur Verfügung. Zusätzlich gehört auch die Universitätsmedizin Greifswald zum Einzugsgebiet der Notfallversorgung.

Alle Maßnahmen seien eng mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald abgestimmt, heißt es von Ameos. Von dort gab es bis Redaktionsschluss aber noch keine Informationen zu den Corona-Fällen im Anklamer Krankenhaus.

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Kommentare (1)

Ich war letzte Woche für einen kleineren Eingriff im Anklamer Krankenhaus, ich wurde NICHT getestet. Auf Nachfrage beim Personal wurde mir mitgeteilt, dass diese allgemein nicht testen, weil alle Angestellten durchgeimpft sind und es auf Dauer zu teuer wäre die ganzen Tests zu bezahlen. Fand ich jetzt nicht so toll, hab ich aber hingenommen. Jetzt bin ich allerdings etwas verunsichert.
Soll ich mich testen lassen? Wer bezahlt in dem Fall den Test? Muss ich sicherheitshalber in Quarantäne? Vielleicht gibt es unter den Lesern ja weitere wie mich die kürzlich das Krankenhaus "besucht" haben und jetzt auch verunsichert sind.
Freundliche Grüße

[ Hinweis. d. Red.: Werte/r MaxAnk, verunsichert soll niemand sein. Haben Sie den den Verdacht oder Symptome, die auf eine Infektion hinweisen? Dann rufen Sie doch Ihren Hausarzt an. Und auf Ihren Leserkommentar haben wir beim Klinikum am 4. März nachgefragt.
Folgende Antwort: "Die Überprüfung der Dokumentation aller ambulanten Eingriffe der vergangenen Woche hat gezeigt, dass alle Patienten/innen vor ihrem Eingriff getestet worden sind. Dies gehört seit Beginn der Pandemie zum Standardverfahren für stationäre und ambulante Patienten/innen im AMEOS Klinikum Anklam. Nach Rückfrage in den ambulanten Bereichen habe keiner unserer Mitarbeitenden die zitierte Auskunft getätigt. Der oder die Leserin kann sich mit ihrem Anliegen gern an uns wenden, um mögliche Fragen zu dem Vorgehen im Gespräch aufzuklären." ]