LANDRAT SACK APPELLIERT

Bürger sollen Kontakte so gering wie möglich halten

Damit die Corona-Situation im Kreis Vorpommern-Greifswald nicht außer Kontrolle gerät, richtet der Landrat einen dringenden Appell an die Bevölkerung.
Noch ist die Situation in Vorpommern-Greifwald unter Kontrolle, sagen Finanzdezernent Dietger Wille (links, CDU) und Landrat M
Noch ist die Situation in Vorpommern-Greifwald unter Kontrolle, sagen Finanzdezernent Dietger Wille (links, CDU) und Landrat Michael Sack (CDU). Rechts: Stefanie Hahn führt die Stabsstelle Corona im Landkreis an. Philipp Schulz
Im Greifswalder Landratsamt informierte Landrat Michael Sack (CDU) heute über den aktuellen Stand im Kampf gegen Corona.
Im Greifswalder Landratsamt informierte Landrat Michael Sack (CDU) heute über den aktuellen Stand im Kampf gegen Corona. Philipp Schulz
Stefanie Hahn ist die neue Leiterin der Stabsstelle Corona
Stefanie Hahn ist die neue Leiterin der Stabsstelle Corona. Philipp Schulz
Greifswald.

Am Montagvormittag trat Vorpommern-Greifswalds Landrat Michael Sack (CDU) vor die Presse, um über den aktuellen Stand im Kampf gegen das Coronavirus zu informieren. Mit Stand Montagmorgen gibt es im Landkreis 53 aktive Corona-Fälle. „Das ist eine positive Zahl, wenn man zu den Nachbarkreisen schaut“, so Sacks Einschätzung der Lage. Um die Situation so lange wie möglich unter Kontrolle zu halten, wurden seit Freitagnachmittag mehr als 550 Kontaktpersonen informiert und teilweise abgestrichen. „Am Samstag waren 40 und am Sonntag noch mal 60 Kollegen im Einsatz, um das Pensum zu schaffen“, sagte Sack. Er beschrieb die Lage als einen „unglaublichen Zeitaufwand“, mit dem sich die Verwaltung seit Anfang der Pandemie nicht konfrontiert gesehen hat.

Situation sei an der Grenze

Auch der Finanzdezernent und Leiter des Verwaltungsstabes, Dietger Wille (CDU), sprach von einer „Situation an der Grenze“. Grund für diese neue Lage seien vor allem Reiserückkehrer, also Vorpommern, die von Reisen, beruflich oder privat, aus dem In- und Ausland zurückkehren. Noch gebe es keine eigendynamische Situation, die außer Kontrolle geraten sei. Damit das so bleibt, richtete Landrat Sack eine Bitte an die Bevölkerung. Es sei aktuell, so Sack, wichtiger denn je, die Kontakte so gering wie möglich zu halten. Besonders die Nachverfolgung und die Erreichbarkeit von Kontaktpersonen seien problematisch und mit erheblichem Aufwand verbunden.

Im Nachbarkreis, der Mecklenburgischen Seenplatte, hatte sich die Situation zuletzt verselbstständigt. Am Freitag musste Landrat Heiko Kärger (CDU) eingestehen, dass etwa ein Viertel aller Kontaktketten nicht nachvollzogen werden könne. Sack will eine solche Situation in Vorpommern so lange wie möglich vermeiden. Dafür wurden in der Verwaltung bereits Maßnahmen ergriffen.

Aus dem Krisenmodusin die Normalität

Seit 31 Wochen befindet sich der Landkreis in einer halben Krisensituation. Im März wurde Dietger Wille an der Spitze einberufen, um der Corona-Situation Herr zu werde. Zur besseren Vernetzung wurde innerhalb der Verwaltung eine Koordinierungsstelle Corona gegründet, die nun in eine Stabsstelle übergegangen ist. Landrat Sack begründete diese Entscheidung mit der dauerhaften Situation, auf die man sich nun einrichte. „Wir gehen von dem Sprint in einen Dauerlauf.“

Diesen soll Stefanie Hahn anführen. Sie hat zuvor im Dezernat 2 der Kreisverwaltung gearbeitet, das unter anderem für Gesundheit, Sicherheit und Ordnung zuständig ist. Sie führt künftig zwei Teams an, die für die ordnungsrechtliche Situation und die Nachverfolgung sowie die Betreuung des Bürgertelefons zuständig sind. Insgesamt sind 40 Personen in der Stabsstelle aktiv, wobei der Telefondienst teilweise schon auf mehr als 85 Personen ausgeweitet wurde.

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