KLIMAWANDEL

Bürgermeister hält nichts vom Klimanotstand

Klimanotstand? Nein danke, sagt Anklams Bürgermeister Michael Galander. Das Thema Klimaschutz will das Stadtoberhaupt dennoch nicht aus den Augen verlieren.
Christian Johner Christian Johner
Die Stadt Anklam hat eine Klimamanagerin, die sich ausschließlich um den Klimaschutz kümmert. Foto: Weronika Golletz
Die Stadt Anklam hat eine Klimamanagerin, die sich ausschließlich um den Klimaschutz kümmert. Foto: Weronika Golletz
Anklams Bürgermeister Michael Galander Foto: A. Maaß
Anklams Bürgermeister Michael Galander. Foto: NK-Archiv Anne-Marie Maaß
Anklams Bürgermeister Michael Galander. Foto: NK-Archiv
Anklams Bürgermeister Michael Galander. Foto: NK-Archiv Anne-Marie Maaß
Anklam.

Die Forderung des Anklamer Jugendparlamentes und der Antrag der SPD-Fraktion, den Klimanotstand auszurufen, hat in den vergangenen Tagen für viel Wirbel gesorgt. Auch an Bürgermeister Michael Galander (IfA) sind die Forderungen nicht vorbeigegangen, immerhin soll er halbjährlich über Fortschritte und Schwierigkeiten bei der Reduktion der Emissionen Bericht erstatten. „Wir berichten sowieso schon regelmäßig darüber“, sagt Galander, der eine ganz klare Meinung zur Idee des Jugendparlamentes und der SPD hat: „Ich halte nichts davon, einen Klimanotstand auszurufen.“

Anklam leistet bereits wichtige Beiträge zum Kliamschutz

Die Forderung, dass die Stadt noch mehr zum Klimaschutz beitragen soll, kann Galander nicht nachvollziehen: „Wir wissen, dass der Klimaschutz ein wichtiges Thema ist. Was die Auseinandersetzung mit dem Klimaschutz betrifft, sehe ich uns bei den Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern im oberen Drittel.“ Als Beispiele für Maßnahmen, die den Klimaschutz in Anklam fördern, nannte Michael Galander das symbolische Stadtradeln oder auch das Projekt „Grünes Gewerbegebiet“. Ziel des Stadtradeln ist es, einfach mal öfter das Auto stehen zu lassen und etwas für die Gesundheit zu tun, indem man stattdessen auf den Drahtesel steigt. Anklam ist bei dieser bundesweiten Aktion zum zweiten Mal mit dabei. Bei dem „Grünen Gewerbegebiet“ geht es darum, dass das Anklamer Gewerbegebiet rund um die Zuckerfabrik bestenfalls als klimafreundlich zertifiziert werden soll (der Nordkurier berichtete).

Das Stadtradeln und das „Grüne Gewerbegebiet“ sind Projekte, die entstehen konnten, weil die Stadt Anklam 2015 ein Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (IEKK) erarbeitet hat. Dieses Konzept wird seit 2017 mithilfe eines Klimaschutzmanagements umgesetzt, welches durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert wird. Mit Dr. Juliane Brust-Möbius hat die Stadt Anklam sogar eine Mitarbeiterin, die sich als städtische Klimamanagerin ausschließlich um den Klimaschutz kümmert. „Nicht jede Stadt hat eine eigene Klimamanagerin“, betont Michael Galander und fügt hinzu: „Frau Dr. Brust-Möbius ist gut und hat auch schon viele Dinge angeschoben.“

Doch weil das Erstvorhaben des Klimaschutzmanagements, und damit auch die Förderung Ende dieses Jahres ausläuft, bemüht sich die Stadt nun um eine Fortsetzung mithilfe einer erneuten Förderung durch das BMU. Darüber hinaus soll das Klimaschutzmanagement auch über die nächsten zwei Jahre verstetigt werden. „Das ist wichtig, denn das Thema setzt sich ja auch im Jahr 2021 fort“, betont Michael Galander. Über die Fortführung des Klimaschutzmanagements entscheiden die Stadtvertreter am 22. August. Zunächst wird der Ausschuss für Bau, Stadtentwicklung und Immobilienmanagement morgen auf seiner nächsten Sitzung darüber diskutieren, Beginn ist um 17 Uhr in der Burgstraße 15 im Beratungsraum 29.

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