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▶ Bund gibt Millionen für Forschung

Gelder fließen nicht nur für die Sanierung der Greifswalder Sternwarte, sondern auch für die Ansiedlung eines Forschungszentrums und für ein Gutshäuser-Projekt.
Es ist die erste Reparatur an den schwenkbaren Toren der Greifswalder Sternwarte seit der Eröffnung vor 95 Jahren. Fotos:
Es ist die erste Reparatur an den schwenkbaren Toren der Greifswalder Sternwarte seit der Eröffnung vor 95 Jahren. Philipp Schulz
Auch für die Sanierung der Alten Physik flossen Gelder vom Bund. Künftig soll dort ein Forschungszentrum errichtet w
Auch für die Sanierung der Alten Physik flossen Gelder vom Bund. Künftig soll dort ein Forschungszentrum errichtet werden. Philipp Schulz
Greifswald.

Seit der Eröffnung des mittlerweile weltweit einzigen Carl-Zeiss-Doppelteleskopes, stand nun die erste Reparatur am Drehmechanismus der schwenkbaren Tore der Greifswalder Sternwarte seit 95 Jahren an. Es ist ein großer Moment. Nicht nur für Greifswald, auch für die Region. Denn mit der vergleichsweise kleinen Reparatur der beiden Tore der Sternwarten-Kuppel ist nur der Startpunkt gesetzt. Am Ende werden mehrere Millionen Euro für die Forschung nach Vorpommern geflossen sein.

Bund fördert mehrere Projekte in Millionenhöhe

Auch Stephan Busse beobachtet die Kranarbeiten an diesem Freitagmorgen. Er hat mehrere Kameras an dem Außengerüst angebracht, das jetzt den Mittelturm der Alten Physik umschließt, auf dem die Sternwarte thront. Er ist Mitglied im Greifswalder Verein Sternwarte e.V., der sich dem Schutz und der öffentlichen Nutzung des Teleskops verschrieben hat. Für ihn ist es ein toller Tag. „Die Sanierung des Gebäudes ist unfassbar wichtig für uns.“ Auch über die enge Zusammenarbeit mit der Universität freut er sich. Die lässt sich die Reparatur der beiden Tore immerhin 45 000 Euro kosten. Es ist nur ein kleiner Teilschritt. Denn bis zum großen 100. Jubiläum der Sternwarte 2024 soll im besten Fall die gesamte Alte Physik fertig saniert sein.

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Seit zwölf Jahren steht das Gebäude leer. Es ist stark durch Quecksilber belastet, was die Reparaturkosten in die Höhe schnellen ließ und die Bauarbeiten mehr als einmal verzögert hat. Auch ein Nutzungskonzept war lange nicht in Sicht. Seit Dezember hat sich einiges jedoch geändert. Der Bund will insgesamt 7,8 Millionen Euro für die Sanierung des Gebäudes geben. Weitere 8,4 Millionen Euro kommen vom Land. Damit ist eine umfassende Sanierung gesichert. Und auch ein Nutzungskonzept scheint gefunden zu sein.

Ein Zentrum für Herrenhäuser im Ostseeraum könnte in die Alte Physik einziehen. Denn auch dieses Projekt der Kunsthistoriker am Caspar-David-Friedrich-Institut unterstützt der Bund mit stolzen 2,59 Millionen Euro. Allein in Mecklenburg-Vorpommern gibt es schätzungsweise über 2 000 Gutshäuser. Viele von ihnen verfallen, sind nicht erforscht, geschweige denn katalogisiert.

Bund stellt auch Geld für neue Forschungsrichtung zur Verfügung

Ob das Zentrum jedoch wirklich in die Alte Physik einziehen kann, ist noch Zukunftsmusik. Der Pressesprecher der Universität, Jan Meßerschmidt, erklärte, dass auch die Graduiertenakademie oder ein modernes Konzept zur Präsentation von Objekten und Sammlungen der Universität in dem Gebäude einen Platz finden könnte.

Der Bund hat allerdings nicht nur für die Sanierung der Alten Physik und das Herrenhäuser-Projekt, sondern auch für eine ganz andere Forschungsrichtung Geld bereitgestellt. 40 Millionen Euro sollen für ein neues Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) an der Universität Greifswald bereitgestellt werden. Die Planungen für das mögliche neue Institut befinden sich jedoch in einem sehr frühen Stadium, wie Prof. Dirk Heinz, der wissenschaftliche Geschäftsführer des HZI, feststellte: „Wir werden uns bezüglich der Details der inhaltlichen Ausrichtung demnächst gemeinsam mit den möglichen Partnern austauschen“, erklärte er.

Auch Meßerschmidt wollte sich noch nicht zu den Plänen äußern: „Wir müssen erst einmal schauen, wo das Institut gebaut werden könnte und das Land muss auch erst der Helmholtz-Gemeinschaft beitreten. Die Planungen sind noch sehr früh.“

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