HISTORISCHES GEBÄUDE

"Burgenkönig" hat Kriegsschule in Anklam gekauft

Nach Jahren der Ungewissheit hat sich nun ein Käufer für die alte Kriegsschule in Anklam gefunden. Er hat auch schon konkrete Pläne mit dem Objekt.
Anne-Marie Maaß Anne-Marie Maaß
Bis in der Kriegsschule schicke Wohnungen entstehen werden wohl noch einige Jahre vergehen – der Sanierungsaufwand ist immens.
Bis in der Kriegsschule schicke Wohnungen entstehen werden wohl noch einige Jahre vergehen – der Sanierungsaufwand ist immens. Veronika Müller
Anklam.

Die kaiserliche Kriegsschule in der Friedländer Allee galt lange Zeit als Sorgenkind der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft Anklam (GWA). Seit etwa Mitte der 90er Jahre steht sie leer. Viele Ideen, was mit dem Gebäude geschehen könnte, gab es durchaus, sagt Geschäftsführerin Susanne Bluhm. Als vorrangiges Bestreben war eine öffentliche Nutzung für den historischen Bau angezeigt.

Allerdings scheiterten alle bisherigen Pläne auch schnell wieder – das lag vor allem an dem gigantischen Investitionsvolumen, das notwendig ist, um den historischen Bau unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes wieder herzurichten. Schon vor Jahren lagen die Berechnungen der GWA dazu im unteren zweistelligen Millionen-Bereich.

Seitdem sind die Kosten in der Baubranche deutlich gestiegen und der Verfall der Gebäudesubstanz vorangeschritten, erklärt Bluhm. „Der Schwamm grassiert im Gebäude. Viele Decken sind bereits einsturzgefährdet. Alleine darf selbst von unseren Mitarbeitern die Kriegsschule niemand mehr betreten“, erklärt die Geschäftsführerin. Vandalismus und ein Brand im Dachstuhl hätten dem Haus ebenso geschadet.

Verkauf für einen symbolischen Euro

Um so mehr freue sie sich nun, dass sich doch ein Investor gefunden hat, den all das nicht abschreckt und der mit dem Objekt bereits konkrete Pläne erarbeitet hat. Herbert Hillebrand, wurde einst unter dem Namen „Burgenkönig“ als Immobilieninvestor bekannt. Zuletzt erwarben er und seine Familie vor allem Objekte auf und um Rügen. Auf einer Fachtagung seien GWA-Aufsichtsratsvorsitzender Norbert Gehrke und Bauamtschefin Sylvia Thurow auf Hillebrand aufmerksam geworden. Das erste Treffen in Anklam ließ nicht lange auf sich warten. Das war im Sommer 2018.

Der Verkauf der Kriegsschule sei für einen symbolischen Euro erfolgt, so Bluhm. Außerdem wurde auch noch eine Fläche der GWA neben dem Objekt zum ermittelten Verkehrswert veräußert.

Mehrere Jahre bis zum Erstbezug

Die Kriegsschule soll nun ein Wohnobjekt werden. „Die Wohnungen sollen schon einen gehobenen Standard haben, allerdings nicht deutlich über den sanierten Objekten in unserem Angebot liegen“, erklärt Susanne Bluhm. Sie sieht den neuen Investor damit aber keineswegs als Konkurrenten. „Sicherlich werden vielleicht einige unserer jetzigen Mieter auch in die Kriegsschule ziehen.

Doch ein derart prominentes, saniertes Gebäude hebt die Darstellung Anklams insgesamt und kommt somit auch uns zu Gute“, ist Bluhm sicher. Außerdem soll die Zusammenarbeit mit dem Investor weiterhin eng vonstatten gehen.

Nach den bisherigen Aussagen will der künftige neue Besitzer zudem nicht viel Zeit verstreichen lassen: Er plane einen zügigen Sanierungsbeginn, so Bluhm und Gehrke. Immerhin, der Aufwand ist immens, sodass dennoch mehrere Jahre vergehen werden, bis die ersten Mieter einziehen können.

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