Dauer-Zoff mit Bürgermeister

Chefin der Anklamer Wohnungsbaugesellschaft muss gehen

Seit Jahren krachte es immer wieder zwischen Anklams Bürgermeister und der Chefin des städtischen Millionen-Unternehmens GWA. Jetzt muss Susanne Bluhm zum Jahresende ihren Hut nehmen.
Anne-Marie Maaß Anne-Marie Maaß
Sie stoßen künftig nicht mehr auf neue Bauprojekte an: Bürgermeister und vorsitzender Gesellschafter Michael Galander (r.), GWA-Geschäftsführerin Susanne Bluhm und Aufsichtsratschef Norbert Gehrke. (Archivbild)
Sie stoßen künftig nicht mehr auf neue Bauprojekte an: Bürgermeister und vorsitzender Gesellschafter Michael Galander (r.), GWA-Geschäftsführerin Susanne Bluhm und Aufsichtsratschef Norbert Gehrke. (Archivbild) Veronika Müller
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Anklam.

Der Streit schwelte nicht nur, immer wieder wurde er ganz offen, teilweise sogar in der Öffentlichkeit ausgetragen: Zwischen Anklams Bürgermeister Michael Galander (IfA) und Susanne Bluhm, Geschäftsführerin der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWA, krachte es seit Jahren immer wieder. Jetzt hat einer der beiden den Schlussstrich gezogen. Die Tage der Geschäftsführerin sind gezählt. Zum Jahresende wird Bluhms auslaufender Vertrag nicht mehr verlängert. Das bestätigte Galander als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung am Freitag auf Nordkurier-Anfrage.

Die Entscheidung dazu habe die Gesellschafterversammlung am Dienstag getroffen, erklärte er. Neben Galander selbst gehören dem Dreier-Gremium die gerade frisch wiedergewählten Stadtvertreter Hans-Joachim Hagemann (CDU) und Holger Meyer (IfA) an. Am Montag sei die Geschäftsführerin zudem bereits vorab über die anstehende Entscheidung informiert worden, so Galander. „Frau Bluhm hat gute Arbeit geleistet. Es war eine erfolgreiche Zusammenarbeit“, so der Bürgermeister weiter.

Nachfolger schon gefunden

Gleichwohl wollen die Gesellschafter des Unternehmens, das zu 100 Prozent der Stadt Anklam gehört, mit einem neuen Geschäftsführer nun eine andere Ausrichtung einschlagen und neue Impulse setzen, ergänzte er. Diese Möglichkeit hätte sich nun geboten. Auch wer die GWA ab dem 1. Januar leiten soll, steht auch schon fest – ein Nachfolger sei bereits gefunden, lässt Galander wissen. Namen wolle er aber noch nicht nennen, da auch der zukünftige Geschäftsführer erst noch seinen bisherigen Arbeitgeber unterrichten müsse.

„Ein schmutziger Schachzug”

Auch die Mitglieder des Aufsichtrates seien inzwischen informiert worden, bestätigt der Vorsitzende des Gremiums, Norbert Gehrke. Weiter wolle er sich zu dem Vorgang aber nicht äußern. Konkretere Gründe für die Entscheidung seien dem Aufsichtsrat nicht mitgeteilt worden, betonte er. Susanne Bluhm wollte sich gegenüber dem Nordkurier nicht zur Entscheidung der Gesellschafterversammlung äußern.

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Kohn (CDU) sieht in dem Vorgehen um Bluhms erzwungenen Abschied aber einen „schmutzigen Schachzug“, die Entscheidung in der GWA nun so kurz nach der Kommunalwahl durchzudrücken, wie er sagt. Galander sieht es anders. „Wir haben uns bewusst dazu entschlossen, dies so früh zu kommunizieren. Zum einen, um auch die Nachfolge abzusichern, zum anderen hat jetzt auch Frau Bluhm genug Zeit, sich neu zu orientieren“, sagt er. Gründe für eine Freistellung sehe er derzeit nicht. „Frau Bluhm hat ihre Arbeit vernünftig gemacht. Sollte sie von ihrer Seite aus vorzeitig einen neuen Job finden, werden wir ihr dabei nicht im Weg stehen“, sagt er.

Kommentare (1)

...selbst in einer pommerschen Kleinstadt gibt das Bürgermeisteramt der Ausübung von Machtgelüsten Raum.