PFERDE-SCHAULAUFEN

Chip-Tuning für junge Pferde in Janow

Das Fohlenbrennen in Janow hatte Tradition, jetzt ist diese oft kritisierte Kennzeichnung nicht mehr erlaubt – dafür werden die Jungtiere gechipt. Zur Pferdeschau kamen wieder viele Gäste.
Matthias Diekhoff Matthias Diekhoff
Züchterin Christiane Jahnke-Kuhrt, Tochter Natalia und Mann Thomas Kuhrt sind nach Janow gereist, um den jungen Hengst bewerten zu lassen.
Züchterin Christiane Jahnke-Kuhrt, Tochter Natalia und Mann Thomas Kuhrt sind nach Janow gereist, um den jungen Hengst bewerten zu lassen. Matthias Diekhoff
Beim „Schaulaufen“ machte der junge Hengst neben Stute Chanel eine gute Figur.
Beim „Schaulaufen“ machte der junge Hengst neben Stute Chanel eine gute Figur. Matthias Diekhoff
Schon am Vormittag hatten sich Dutzende Pferdefreunde in Janow eingefunden.
Schon am Vormittag hatten sich Dutzende Pferdefreunde in Janow eingefunden. Matthias Diekhoff
Die traditionelle Fohlenschau in Janow zieht auch immer viele Schaulustige an.
Die traditionelle Fohlenschau in Janow zieht auch immer viele Schaulustige an. Matthias Diekhoff
Ein Piks – und schon hat das Fohlen einen auslesbaren Chip unter der Haut. Auch wenn es für das Tier unangenehm ist, benötigt es dafür kein Brandzeichen mehr.
Ein Piks – und schon hat das Fohlen einen auslesbaren Chip unter der Haut. Auch wenn es für das Tier unangenehm ist, benötigt es dafür kein Brandzeichen mehr. NK-Archiv/Karsten Riemer
Janow.

Es war das erste Mal ohne – und doch war es eigentlich wie immer. Zwar gehen die Meinungen über das Fohlenbrennen, das seit Anfang des Jahres verboten ist, nach wie vor auseinander, der Beliebtheit der traditionellen Fohlenschau des Pferdezuchtvereins Tollensetal in Janow scheint es jedoch keinen Abbruch getan zu haben, dass die Brenneisen kalt bleiben. Bis zum vergangenen Jahr hatten die Züchter noch die Wahl, ob es noch ein Brandzeichen auf den linken hinteren Schenkel der Tiere gibt. Mit dieser Tradition ist es jetzt vorbei.

Die moderne Kennzeichnung geht auch unter die Haut

Schon am Vormittag hatten sich Dutzende Züchter in dem kleinen Ort eingefunden, um ihre Fohlen begutachten zu lassen, damit sie einen Pferdepass bekommen, in dem die „persönlichen Daten“ des Tieres wie Rasse, Geschlecht und besondere Kennzeichen verzeichnet sind. Zudem wird den Fohlen am Hals ein Chip unter die Haut gepflanzt. Dieser kann dann bei Bedarf ausgelesen werden. Dieser Registrierungs-Chip wird mit einer Spritze unter die Haut der Tiere geschoben. Ein kurzer Pieks, der für einige Gegenwehr bei den Fohlen sorgt. Dennoch ist der auslesbare Transponder mit einer Identifikationsnummer obligatorisch für jedes Pferd.

Doch auch das Chippen ist nicht ganz ohne, wie die Reaktion einiger Fohlen auf den kurzen Pikser zeigt. Darunter auch ein junger Hengst der Rasse Welsh B. Das lebhafte Tier ist acht Wochen alt, hat noch keinen Namen und gehört Christiane Jahnke-Kuhrt aus der Nähe von Demmin.

Beim Warten auf das Chippen erzählt ihr Mann Thomas Kuhrt, worauf es bei der Fohlenschau aber eigentlich ankommt. Nämlich auf die Bewertung der Preisrichter beim anschließenden „Schaulaufen“ der Fohlen auf einer Wiese am Dorfrand. Dort haben sich mittlerweile auch reichlich Schaulustige eingefunden, die der Fohlenschau ein bisschen Volksfest-Atmosphäre verleihen und deutlich machen, dass die Leidenschaft für Pferde nicht nur in jungen Mädchen brennt, sondern vor allem in gestandenen Männern.

Wie viele Punkte bekommen die Fohlen von der Jury?

Bei der Fohlenschau selbst gibt es Punkte für den Körperbau, wie sich das Tier in den verschiedenen Gangarten bewegt und ob eine Stute aussieht wie eine Stute und ein Hengst wie ein Hengst. Wenn es 25 oder mehr Punkte gibt, hat sich das Tier für das Landes-Elite-Fohlenchampionat, quasi die nächste Runde, qualifiziert. „Dann freut man sich natürlich“, sagt Thomas Kuhrt.

Das scheint der junge Hengst zu spüren, wie ja der Beziehung zwischen Mensch und Pferd eine ganz besondere Intensität nachgesagt wird. Vor den Augen der Preisrichter macht er jedenfalls eine gute Figur. Steht gut da und bewegt sich „imposant“, wie es von der Jury heißt. Der Gesichtsausdruck sei zwar noch nicht optimal, aber „maskulin genug“. Am Ende bekommt der junge Hengst 26 Punkte und darf damit zum Elite-Fohlenchampionat.

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