Vorpommern-Greifswalds Landrat Michael Sack (CDU) kritisiert den Nutzen der arbeitsaufwändigen Erfassung der Corona-Neuin
Vorpommern-Greifswalds Landrat Michael Sack (CDU) kritisiert den Nutzen der arbeitsaufwändigen Erfassung der Corona-Neuinfektionen. Archiv/Eckhard Kruse
Nachdem die gemeldeten Infektionszahlen für den Landkreis Vorpommern-Greifswald kurzfristig sanken, steigen sie aktuell i
Nachdem die gemeldeten Infektionszahlen für den Landkreis Vorpommern-Greifswald kurzfristig sanken, steigen sie aktuell im Kreis wieder an. Auch die ITS-Auslastung ist gestiegen. NK-Grafik
Vorpommern-Greifswald

Corona-Infektionen steigen – Landrat kritisiert Statistik-Nutzen

Die gemeldeten Corona-Infektionen steigen auch in Vorpommern nach einer Woche wieder. Der Landrat kritisiert den Statistik-Aufwand und schaut auf die Kliniken.
Greifswald

Im Vergleich zur Vorwoche sank laut Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) die Inzidenz der Corona-Pandemie im Landkreis Vorpommern-Greifswald von 970 auf 686 (Stand 18.10.). Nachdem die Inzidenzzahlen in der letzten Woche sanken, steigen aktuell die gemeldeten Neuinfektionszahlen in allen Landkreisen wieder an. Den höchsten Werte meldete das LAGuS am Dienstag für den Kreisnachbarn Vorpommern-Rügen.

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Landrat: Gemeldete Zahlen wenig verlässlich

Doch die gemeldeten Zahlen seien wenig verlässlich, schränkt Landrat Michael Sack (CDU) ein. Es gebe eine sehr hohe Dunkelziffer, weil inzwischen auch deutlich weniger getestet werde. Der Kreis erfasst die Fälle über das Gesundheitsamt und meldet diese zum LAGuS.

„Wir leisten hier mit einem enormen personellen Aufwand eine Statistikarbeit mit nur geringem Nutzen.“ Allein in der vergangenen Woche mussten 1661 Neuinfektionen neu dokumentiert werden. Die meisten Menschen hätten aber inzwischen durch Impfungen einen hohen Immunitätsgrad erreicht. Nach Sacks Meinung sei viel entscheidender, was derzeit in den Krankenhäusern geschieht.

Aus dem Archiv: Landrat Sacks geschönte Inzidenz – viele offene Fragen

Leichte Zunahme der Fälle in Krankenhäusern

Die Hospitalisierungs-Inzidenz in den Kliniken von Vorpommern-Greifswald lag am Dienstag derzeit bei 4,7 Neueinweisungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche (5,9 am Dienstag vor einer Woche). In den Intensivstationen in Vorpommern seien laut LAGuS 9,2 Prozent der verfügbaren Plätze mit Corona-Patienten belegt, letzten Dienstag waren es 7,5 Prozent. Landesweit lag die ITS-Auslastung mit Covid-19-Erkrankten bei 6,4 Prozent – also 37 Patienten in absoluten Zahlen.

Im Kreis starben innerhalb der letzten Woche vier weitere Menschen an oder mit dem Virus – mit insgesamt 553 Todesfällen der höchste Wert in Mecklenburg-Vorpommern.

Über 20 Einrichtungen betroffen

Nach Kreis-Angaben gingen die Zahlen der erfassten Neuinfektionen unter anderem in Anklam, Ueckermünde, im Amt Jarmen-Tutow sowie im Amt Peenetal/Loitz deutlich zurück. Im Amtsbereich Lubmin sowie in Greifswald legte das Infektionsgeschehen der Statistik zufolge zu.

Die Liste der besonders betroffenen Einrichtungen wird jetzt wieder länger. In aktuell 21 Einrichtungen häuften sich die Fälle. Vergleichsweise viele Nachweise meldeten unter anderem das Greifswalder Kursana-Seniorenheim, die Dünenwaldklinik in Trassenheide, das CURA Seniorencentrum Pasewalk, das Reha-Zentrum Ueckeritz, der Pommersche Diakonieverein Gützkow und die Inselklinik Heringsdorf.

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