„Keine Spaltung, sondern Zusammenhalt“ forderten die Teilnehmer beim Montagsspaziergang in Anklam.
„Keine Spaltung, sondern Zusammenhalt“ forderten die Teilnehmer beim Montagsspaziergang in Anklam. Mareike Klinkenberg
Die beiden Protestgruppen standen sich in Greifswald direkt gegenüber.
Die beiden Protestgruppen standen sich in Greifswald direkt gegenüber. Maximilian Lill
In Torgelow versammelten sich am Montag augenscheinlich etwa 100 Menschen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren.
In Torgelow versammelten sich am Montag augenscheinlich etwa 100 Menschen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Christian Johner
Auch in Pasewalk wurde gegen die Corona-Impfung und die -Maßnahmen demonstriert.
Auch in Pasewalk wurde gegen die Corona-Impfung und die -Maßnahmen demonstriert. Fred Lucius
Greifswald, Anklam, Pasewalk, Torgelow

Corona-Proteste und Gegen-Demos in Vorpommern

Am ersten Montag im neuen Jahr sind wieder Demos gegen die aktuelle Corona-Politik in Pasewalk und Greifswald angemeldet. In der Hansestadt gibt es dagegen Proteste.
Vorpommern

Wie bereits in den vergangenen Wochen sind im Landkreis Vorpommern-Greifswald auch an diesem Montagabend wieder in mehreren Orten Menschen gegen die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen auf die Straße gegangen. Angemeldet waren wie in der Vorwoche Versammlungen in Pasewalk und in Greifswald. In Anklam gibt es keine offizielle Anmeldung, dafür war im Internet anonym erneut zu einer Versammlung ab 18 Uhr auf dem Marktplatz aufgerufen worden.

Polizei setzte Pfefferspray ein

Mit Pfiffen und Sprechchören zogen schließlich etwa 250 Demonstranten durch das Anklamer Stadtgebiet. Nach erster Einschätzung verlief der Spaziergang zunächst friedlich, einzig ein paar Böllerschüsse störten das Geschehen. Kurz vor der Rückkehr des Demonstrationszuges am Ausgangspunkt auf dem Anklamer Markt musste die Polizei dann nach eigenen Aussagen jedoch gegen einige aggressive Teilnehmer Pfefferspray einsetzen.

Den Einsatz zeigt auch ein Video, das auf Twitter gepostet wurde:

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Von den Ordnungsbehörden hieß es, man sei auch auf diesen mittlerweile dritten Umzug eingestellt gewesen und zusätzlich durch Beamte der Landesbereitschaftspolizei unterstützt worden. Denn zeitgleich war auch in Greifswald und Pasewalk demonstriert worden.

Greifswalds Oberbürgermeister auf Pro-Impf-Demo

Montag, 19 Uhr: Auf dem dem Greifswalder Marktplatz versammelten sich etwa 600 Demonstranten, um gegen eine Impfpflicht und einschneidende Coronamaßnahmen zu werben. Die Polizei sicherte den Marktplatz mit Gittern ab und lies dabei eine Sperrzone zwischen den beiden Lagern errichten. So standen sich die Gruppierungen gegenüber, was die Stimmung noch weiter hoch kochen lies. Auf der einen Seite standen die Impf-Befürworter mit prominenter Rednerliste aus Ärzten, Politikern, wie die Bundestagsabgeordnete Anna Kassautzki (SPD) und allen voran Oberbürgermeister Stefan Fassbinder. Trotz der großen Bemühungen viele Menschen zur Teilnahme an der Gegendemonstration zu bewegen, fanden sich im Greifswalder Nieselregen lediglich etwa 150 bis maximal 200 Demonstranten ein. Rap-Lieder über die Impfung sorgten allerdings für durchweg gute Stimmung bei den Demonstranten.

Die Stimmung auf der anderen Seite jedoch war weit weniger gut. Geschürt von den Liedern und den Rufen der Gegendemonstranten, brüllten die etwa 600 Impfgegner Parolen wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns‘re Freiheit raubt!“. Ein Dialog, zumindest an diesem Abend, schien aussichtslos. Redner, frenetisch beklatscht, erzählten ihre Geschichten, die fast immer von leichten Krankheitsverläufen der Corona-Erkrankung handelten. Die Demonstrationen blieben aber zumindest friedlich, die Polizei war mit genügend Beamten angereist, eingegriffen werden musste nicht.

Grünen-Politikerin Katharina Horn postete bei Twitter einen Ausschnitt der Rede des Greifswalder Oberbürgermeisters:

Pasewalk

Auch in Pasewalk war wie schon in der Vorwoche eine Demonstration gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen angemeldet. In der Vorwoche beteiligten sich über 400 Teilnehmer laut Polizei.

In Pasewalk wurde gegen die Corona-Schutzimpfung am Montag demonstriert.

Auf dem Marktplatz versammelten sich etwa 400 Personen, etwas weniger als vor einer Woche. Ein von der Polizei begleiteter Umzug führte über die Kaland-, Rudolf-Breitscheid-, Löcknitzer-, Stettiner, die Markt-, Grün- und Bergstraße zurück zum Markt. Einige Teilnehmer hatten Kerzen, andere Fackeln dabei.

Der Umzug startet gegen 18.30 Uhr und damit eine halbe Stunde später als geplant, weil erst eine ausreichende Anzahl von Ordnern gefunden werden musste. Die Polizei hatte 20 Ordner zur Auflage gemacht. Angemeldet wie in der Vorwoche wurde die Veranstaltung und der Umzug von Dirk Stegemann von der  Initiative „Pasewalk steht auf“. Auch in der kommenden Woche wolle er eine Veranstaltung anmelden, meinte Stegemann. „Mal sehen, wie sich die Sache weite entwickelt“, sagt er.

 

Torgelow

Auch in Torgelow versammelten sich vor dem Rathaus ab 17 Uhr etwa 100 Demonstranten. Die Demo zog für rund eine Stunde durch die Stadt. „Frieden, Freiheit, Souveränität“, brüllten einige Teilnehmer lautstark bei dem Protestmarsch gegen die aktuelle Corona-Politik. Dem Augenschein nach etwas mehr als 100 Personen nahmen an der Versammlung teil, die nach Angaben des Landkreises dieses Mal nicht angemeldet war. Dennoch wurde die Demonstration von der Polizei begleitet. Das Polizeipräsidium Neubrandenburg konnte am Abend trotz Nachfrage keine Auskunft zu dem Protest in Torgelow geben. Auch die zuständige Polizeiinspektion Anklam veröffentlichte zunächst keinerlei Informationen zu der Versammlung.

In Torgelow versammelten sich am Montag augenscheinlich etwa 100 Menschen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstireren und durch die Stadt zu ziehen.

Aktuell hat Vorpommern-Greifswald nach der Seenplatte mit einer Sieben-Tage-Inzidenz auf 100.000 Einwohner von 344,4 den zweithöchsten Wert in Mecklenburg-Vorpommern, auch sind die Intensivstationen weiterhin stark am Anschlag belegt. Aufgrund von Meldeverzug durch die Feiertage und Urlaubszeit könnte der Wert in den nächsten Tagen durch Nachmeldungen weiterhin ansteigen.

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