Radioaktivitäts-Messung
Darum kreisen Hubschrauber über Vorpommern

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) will in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei Hubschrauberflüge über Vorpommern durchführen.Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) trainiert Radioaktivitätsmessungen aus der Luft.
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) will in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei Hubschrauberflüge über Vorpommern durchführen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) trainiert Radioaktivitätsmessungen aus der Luft.
Peter Endig

Zum ersten Mal führt das Bundesamt für Strahlenschutz zusammen mit der Bundespolizei Messflüge zwischen Greifswald und Lubmin durch.

Ab Dienstag will das Bundesamt für Strahlenschutz Hubschrauberflüge über Vorpommern durchführen. In Zusammenarbeit mit der Bundespolizei sollen so Daten erhoben werden, die anschließend mit den Bodenproben aus der Region abgeglichen werden. Diese Untersuchungen seien auch als Übung für einen atomaren Ernstfall unerlässlich, um schnell reagieren zu können.

„In einem Notfall ist es unverzichtbar, die Rahmenbedingungen gut zu kennen. Gleichzeitig müssen alle Abläufe eingeübt sein. Einen entscheidenden Beitrag dazu leisten die gemeinsam durchgeführten Hubschraubermessungen. Die dort gewonnenen Daten und Erkenntnisse fließen ein ins Lagebild und bilden eine wichtige Grundlage für die Katastrophenschutzbehörden der Bundesländer, um die richtigen Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung zu ergreifen“, betonte die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, Inge Paulini.

Flughöhe beträgt mindestens 90 Meter

Aus der Luft lasse sich schnell und großflächig ermitteln, welche radioaktiven Stoffe am Boden abgelagert wurden. Darüber hinaus ermögliche das Messen aus dem Hubschrauber das Auffinden von radioaktiven Einzelquellen. Abgeglichen werden die Daten mit den bestehenden Bodenanalysen von natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen in der Erde und Caesium-137, das bei dem Reaktorunglück in Tschernobyl austrat.

Die Übungen werden bis zum 9. November täglich von 9 bis 17 Uhr in einem Gebiet zwischen Greifswald und Lubmin und in südlicher Richtung bis nach Neubrandenburg durchgeführt. Die Flughöhe der Bundespolizei-Hubschrauber betrage mindestens 90 Meter, die Fluggeschwindigkeit etwa 100 Kilometer pro Stunde. „Es gibt keinen konkreten Anlass für diese Messungen, die erstmals in Mecklenburg-Vorpommern aus der Luft erfolgen und es gibt keinen Grund zur Sorge, wenn in den nächsten Tagen zwei Hubschrauber der Bundespolizei in der Region Greifswald nah über dem Boden unterwegs sind“, erklärte Innenminister Lorenz Caffier (CDU).

Zu den Endlager-Plänen eines privaten Ingenieurs bei Moeckow, die vor einem Jahr bekannt wurden, gebe es keinerlei Zusammenhang bei der Messübung, teilte das Bundesamt auf Nachfrage mit.