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Das ist der jüngste Gartenchef im Land

Gar nicht so einfach: Paul Ruback muss als Vereinsvorsitzender bei den Kleingärten "Zur grünen Wiese" den Überblick behalten.
Gar nicht so einfach: Paul Ruback muss als Vereinsvorsitzender bei den Kleingärten "Zur grünen Wiese" den Überblick behalten.
Caroline Schiko

Der Kleingartenverein „Zur grünen Wiese“ feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges bestehen. Paul Ruback arbeitet gerade die Vergangenheit auf. Doch warum hat der jüngste Gartenvereinschef in Mecklenburg-Vorpommern keinen eigenen Garten?

Woher seine Leidenschaft für das Gärtnern kommt, das weiß Paul Ruback gar nicht so genau. „Von meinen Eltern schon mal nicht“, sagt er. Wohl eher von den großen Brüdern. Die haben nämlich beide seit Langem eine Parzelle in der Kleingartenanlage „Zur grünen Wiese“. Und 2010 zog der Hobby-Gärtner nach, übernahm seinen eigenen Garten.

Schon ein Jahr später war er plötzlich Vorsitzender des Vereins. Und das mit gerade einmal 21 Jahren. Erst kürzlich kam eher zufällig heraus, dass er damit der jüngste Vorsitzende eines Kleingartenvereins in Mecklenburg-Vorpommern ist. „Das haben sie mir beim Landesverband erzählt“, erinnert sich der heute 24-Jährige. Geändert habe sich für ihn durch diese Information aber nichts. Er gehe mit dem gleichen Elan wie vorher an die Sache.

„Ich bin eh mehr so fürs Grobe“

Zu seinen Aufgaben im Verein gehört neben der Repräsentation auch die Pflege des Außenbereichs. „Ich bin eh mehr so fürs Grobe“, sagt er. Baut Zäune, mäht Rasen. Eben alles, was so anfällt. Für Blumen habe er jedoch nicht so das Händchen. In der Anlage hat er jetzt aber trotzdem welche gesät. „Mal sehen, was daraus wird“, sagt Ruback. Seinen eigenen Garten musste er im vergangenen Jahr aus beruflichen Gründen aufgeben. Er war bei der Bundeswehr tätig und hielt sich die meiste Zeit in Berlin auf. Mittlerweile ist Ruback zwar wieder durchgängig in Anklam und macht eine Umschulung zum Bürokaufmann. Aber den Garten führt nun sein kleiner Bruder – und das soll auch so bleiben. „Mit der Außenanlage habe ich eigentlich auch genug zu tun“, sagt Ruback, der versucht, wenigstens einmal am Tag in der Anlage für die Mitglieder erreichbar zu sein.

Bilder aus der Vereinsgeschichte gesucht

Ansonsten versucht er momentan, die Geschichte des Vereins aufzuarbeiten. „Es gibt leider kaum Fotos von früher“, bedauert der 24-Jährige. Insbesondere Bilder aus der Zeit, als die Anlage noch zur Stadtgärtnerei am Flugplatz gehörte, fehlen. Auch sonst sei es schwierig, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Vor 40 Jahren wurde aus der Gärtnerei eine Kleingartensparte gestaltet.

Bei der ganzen Recherche ist Ruback dann aber doch noch auf etwas gestoßen, was besonders die älteren Mitglieder des Verbands der Gartenfreunde Anklam überraschte: Es gibt eine Bundesschrebergarten-Flagge. Die grün-weiß-gelbe Flagge ist zwar schon 1921 gestaltet worden, geriet aber offenbar später in Vergessenheit. Paul Ruback möchte nicht nur diese Flagge wiederbeleben, er plant zusammen mit dem Verband sogar eine eigene für die Anklamer Kleingärten.

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