AUSGLEICH FÜR ERDGAS-PIPELINE

Das kleine Paradies auf dem Weg zur Insel Usedom

Während sich nebenan der Verkehr staute, waren etwa 40 Naturfreunde im angrenzenden Polder Immenstädt unterwegs, um ein kleines Vogelparadies zu entdecken.
Matthias Diekhoff Matthias Diekhoff
Der Polder Immenstädt wird bei hohem Wasserstand in Peene und Peenestrom zu großen Teilen überflutet. Fotos: Matthias
Der Polder Immenstädt wird bei hohem Wasserstand in Peene und Peenestrom zu großen Teilen überflutet. Fotos: Matthias Diekhoff Matthias Diekhoff
Kees Vegelin vom Nord Stream-Projektteam (Mitte) erläuterte den Besuchern das Renaturierungsprojekt.
Kees Vegelin vom Nord Stream-Projektteam (Mitte) erläuterte den Besuchern das Renaturierungsprojekt. Matthias Diekhoff
Exmoor-Ponys sollen das Gras im nördlichen Bereich des Polders kurz halten.
Exmoor-Ponys sollen das Gras im nördlichen Bereich des Polders kurz halten. Matthias Diekhoff
Natur pur.
Natur pur. Matthias Diekhoff
Während im Hintergrund der Verkehr nach und von Usedom rollt, lassen es sich schottische Hochlandrinder auf dem Polder
Während im Hintergrund der Verkehr nach und von Usedom rollt, lassen es sich schottische Hochlandrinder auf dem Polder gutgehen. Matthias Diekhoff
Pinnow.

Tausende Urlauber und Einheimische passieren täglich auf dem Weg zu Insel Usedom ein kleines Paradies, nicht selten, ohne es zu ahnen. In den Poldern Pinnow und Immenstädt holt sich die Natur allmählich zurück, was ihr die Menschen zuvor mit Deichen und Melioration abgerungen hatten.

Doch das geschieht nicht von ganz allein und auch nicht ganz zufällig. Die Flächen werden als Ausgleich für die Umwelteinwirkungen der seit 2012 im Betrieb befindlichen Nord-Stream-Pipeline renaturiert. Natur, die woanders in Mitleidenschaft gezogen wurde, soll dort also wieder Raum bekommen. Weitere Ausgleichsmaßnahmen, die im Zusammenhang mit der Ostsee-Pipeline stehen, befinden sich unter anderem bei Leopoldshagen und Lubmin.

Am Sonnabend hatte das Nord Stream-Projektteam unter Leitung von Kees Vegelin zu einer Exkursion in die „Kompensationsmaßnahme E6“ eingeladen. Etwa 40 Naturfreunde waren der Einladung gefolgt. Zunächst gab es einen kurzen Vortrag über den bisherigen Verlauf und die Ziele des Projektes, das 2016 begonnen hat. Zum einen gehe es darum, die ursprünglichen und zwischenzeitlich stark entwässerten Moore zu renaturieren und das Torfwachstum anzuregen, erklärte Kees Vegelin. Auch wenn das ein Prozess sei, der sehr viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Zum anderen sollen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten neue Lebensräume angeboten werden.

Ponys sollen Wiesenbrütern helfen

Um diese Ziele zu erreichen, wurden bereits die Deiche an der Peenemündung und am Peenestrom so weit zurückgebaut, dass nun große Teile der insgesamt etwa 600 Hektar großen Polder geflutet werden, wenn das Wasser im Fluss hoch steht, aber – im Unterschied zu anderen Renaturierungsflächen in der Region – auch wieder ablaufen kann, wenn der Pegel wieder sinkt. Zudem wurden unter anderem im südlichen Teil der Polder künstliche Inseln angelegt, um Vögeln wie Seeschwalben oder Möwen das Brüten zu erleichtern.

Was von den Tieren auch sehr gut angenommen werde, berichtete Kees Vegelin. Oftmals ließen sich Dutzende Brutpaare auf den nur wenige Quadratmeter großen „Nisthilfen“ nieder. Aber die mehr oder weniger überfluteten Flächen werden natürlich auch von anderen Vögeln in Anspruch genommen. Zu Gesicht bekamen die Teilnehmer der Exkursion unter anderem Schwäne, Kormorane, Blesshühner, Kibitze und Kampfläufer.

Im nördlichen Teil des Polders Immenstädt wiederum sollen Bedingungen geschaffen werden, bei den sich Wiesenbrüter wohlfühlen, wofür vor allem das Gras kurz gehalten werden muss. Diese Aufgabe wird dort auch von Tieren wahrgenommen, die ursprünglich auf den britischen Inseln beheimatet waren. So konnten die Besucher eine kleine Herde Exmoor-Ponys aus nächster Nähe betrachten, während die schottischen Hochlandrinder doch etwas auf Anstand bleiben. Dennoch gab es in den etwa zweieinhalb Stunden genug zu sehen, während sich der Verkehr auf der B 110 in Richtung Usedom über mehrere Stunden staute.

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Kommentare (1)

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