HANSEFEST ANKLAM

Das passiert, wenn alle Eingeladenen auch wirklich zur Party kommen

Eigentlich soll die Stadt Anklam sparen. Doch ausgerechnet bei der Pflege der städtepartnerschaftlichen Beziehungen liefen die Kosten aus dem Ruder.
Anne-Marie Maaß Anne-Marie Maaß
Auch der Kinderchor aus Objazda war als Vertreter der Gemeinde Ustka zum Hansefest angereist. Trotz aller Freude über die
Auch der Kinderchor aus Objazda war als Vertreter der Gemeinde Ustka zum Hansefest angereist. Trotz aller Freude über die vielen Gäste aus den Partnergemeinden: Anklam muss die Mehrausgaben nun stemmen. Anne-Marie Maaß
Anklam.

Mehr als 130 Gäste aus den Partnerstädten – mit solch einer Resonanz hatten die Anklamer Organisatoren zum Hansefest nicht gerechnet. Entsprechend groß war auch die Freude, als sich zum Festwochenende aus den vier Partnergemeinden auch jeweils Kulturgruppen angesagt hatten, die das Programm bereicherten. Jetzt folgte jedoch dafür die Rechnung.

Der Hauptausschuss der Stadt musste in seiner jüngsten Sitzung überplanmäßige Ausgaben für den Bereich Städtepartnerschaften in Höhe von 16.000 Euro genehmigen. Das übertrifft damit den bisherigen Haushaltsansatz um gut 100 Prozent. Dieser lag in den Vorjahren bei rund 15.000 Euro und wurde 2019 bereits erhöht. Mit insgesamt 20.000 Euro wurde das Budget im Frühjahr bei den Haushaltsabstimmungen schon um 5000 Euro angehoben, um unter anderem die gemeinsame Hauptausschusssitzung mit den Partner aus Heide in Anklam durchzuführen.

Planer hatten kein Worst-Case-Szenario

Stadtvertreter Friedrich Baumgärtner (Freie Wähler) wollte nun angesichts der augenscheinlichen weiteren Fehlplanung im Haushaltsansatz eine Erklärung haben. Auch Bürgermeister Michael Galander kam nicht umhin, von einer Fehlplanung zu sprechen, die eben auch mit den Einladungen zum Hansefest zusammenhing.

Dort hätten die Organisatoren schlichtweg nicht angenommen, dass der Zuspruch aus allen Partnerstädten wirklich so groß sein würde. Die Stadt Anklam habe beim Finanzplan vergessen, ein „Worst-Case-Szenario“ zu berücksichtigen. Ausladen wollte man nach den zahlreichen Anmeldungen aber auch niemanden, sagte Galander. Unterm Strich müsse schon festgehalten werden, dass die Kosten dafür extrem aus dem Ruder gelaufen seien, räumte der Bürgermeister ein.

Zu allem Überfluss kam dann auch noch hinzu, dass bei der Erstellung des Haushaltsplanes das 25. Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Burlöv nicht bedacht wurde, was ebenfalls Kosten in diesem Jahr nach sich ziehen wird. Der Mehraufwand soll nun über ein Konto aus dem Bereich des Bauamtes gedeckelt werden. Die Mehrheit der Hauptausschussmitglieder stimmte diesem Vorschlag am Ende zu. Mit sieben Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurden die Mehrausgaben abgenickt.

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