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Das sind die Neuen auf der Bühne

Elf Eleven haben jetzt ihre Bühnenbretter bekommen. In den nächsten drei Jahren werden sie zu Schauspielern ausgebildet.
Elf Eleven haben jetzt ihre Bühnenbretter bekommen. In den nächsten drei Jahren werden sie zu Schauspielern ausgebildet.
Katja Müller

Sie sind alle ein bisschen verrückt – theaterverrückt. Elf neue Jungschauspieler in spe haben jetzt ihre Ausbildung an der Theaterakademie Vorpommern begonnen. Auch in Anklam werden sie bald auf der Bühne stehen.

Ein bisschen verrückt sollen sie sein, ein Stück Kindheit in der Hosentasche haben, und vor allem Mut müssen sie mitbringen. Die neuen Schüler der Theaterakademie Zinnowitz haben jetzt ihre Bretter bekommen. Ein kleines Stück Bühne, die sie ab sofort bespielen werden. Doch bevor aus ihnen Prinzen, Prinzessinnen, Könige oder gar Faust wird, müssen sie viel lernen. Die nächsten vier Jahre werden sie an der Vorpommerschen Landesbühne, zu der auch die Theaterakademie Zinnowitz gehört, das Rüstzeug für ihre Schauspieler-Karriere bekommen. Elf junge Menschen und elf Träume.

Einen von diesen Träumen hat Max Mauro Gnant. Der Schweizer hat gut 1200 Kilometer zurückgelegt, um seinem Traum ein Stück näherzukommen. „Ich liebe die Schauspielerei. Habe auch schon oft auf der Bühne gestanden. Angefangen hat alles in der Schule“, erzählt der 23-Jährige. Für den neuen Lebensabschnitt hat er jetzt nur eine kleine Tasche mitgebracht. Denn in zwei Wochen fährt Max Mauro Gnant wieder in die Südschweiz. Am Stadttheater Solothurn in Biel hat er noch ein Engagement für ein Weihnachtsstück. „Aber danach geht es hier richtig los“, freut sich der Schweizer. Drei Bewerbungen hatte er verschickt. „Die gingen alle in den Norden – unter anderem auch nach Hannover. Aber Zinnowitz ist schon die erste Wahl, denn die Ausbildung ist hier sehr praxisnah. Die Schule hat einen guten Ruf.“

Viele finden eine Anstellung

Das bestätigte auch Intendant der Vorpommerschen Landesbühne, Wolfgang Bordel: „Mehr als 80 Prozent der Absolventen haben eine Anstellung gefunden. Das ist eine gute Quote. Hundert Prozent gibt es nie, denn manche entscheiden sich nach der Ausbildung nochmal für etwas ganz anderes“, weiß Bordel. Auch er gehört zu den Dozenten der Zinnowitzer Theaterakademie und freut sich in diesem Jahr besonders, dass alle seine Schützlinge des dritten Studienjahres beim Vorspiel für die ZAV-Künstlervermittlung überzeugt haben. Die ZAV ist eine Service-Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit unter dem Dach der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung. Sie vermittelt darstellende Künstlerinnen und Künstler, die vorrangig ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis suchen.

Auch Max Mauro Gnant will einmal da hinkommen. „Ich bin offen für alle Schauspielformen, aber erst einmal würde ich gern beim Theater bleiben. Doch da liegt noch ein großes Stück Arbeit vor uns.“