Landleben

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Daugziner hauchen Dorfgemeinschaft neues Leben ein

Beim Kürbisfest in der alten Hängerwerkstatt kam das halbe Dorf zusammen. Auch für das kommende Jahr sind dort schon Aktivitäten geplant.
Beim Kürbisfest in der alten Hängerwerkstatt kam das halbe Dorf zusammen. Auch für das kommende Jahr sind dort schon Aktivitäten geplant.
Holger Wendt

Auch wenn die Gemeinden knapp bei Kasse sind, muss Dorfleben nicht tot sein. In Daugzin gibt es seit Kurzem eine Dorfgemeinschaft, die mit ihrem Engagement das Gegenteil beweist.

In Daugzin, einem Ortsteil der Gemeinde Rubkow, wurde kürzlich ein Kürbisfest gefeiert, das es so vorher noch nicht gab. Dass dann tatsächlich das halbe Dorf zusammenkam, um dabei mitzumachen, ist aber nur die eine Sache. Die andere Sache ist, dass die Idee dazu erst knappe vier Wochen zuvor entstanden ist und damit zugleich etwas auf den Weg gebracht wurde, das sich vorläufig „Dorfgemeinschaft Daugzin“ nennt.

So etwas wie ein Dorfleben gab es in Daugzin zwar schon immer, erzählt Holger Wendt als Vertreter der Dorfgemeinschaft. Es sei zuletzt nur ein wenig eingeschlafen. Als dann Ende September eine Dorfversammlung einberufen wurde, zu der 35 Einwohner kamen, sei klar geworden, dass die Leute sich mehr für ihr Dorf engagieren wollen. Zudem war da auch noch die alte Werkstatt, in der früher landwirtschaftliche Anhänger repariert wurden und die fast schon abgerissen werden sollte.

130 Daugziner kamen zu der Halloween-Party

Doch diese lag einigen Daugzinern doch noch sehr am Herzen, erzählt Holger Wendt. Also traf man sich schon drei Tage nach der Versammlung erneut, um zu sehen, was mit dem alten Gemäuer noch möglich ist. Offensichtlich schien da einiges vorstellbar zu sein, denn wiederum nur wenige Tage später gab es den ersten Arbeitseinsatz und kurz darauf den zweiten.

Die Zeit drängte, denn schließlich hatte man sich doch ein Ziel gesetzt: eben jenes Kürbisfest. Welches wiederum dazu diente, die diesjährige Halloween-Party vorzubereiten. Also wurde an Dutzenden Kürbissen geschnitzt, es wurden Stöcke für den Knüppelkuchen gesucht und es gab natürlich Kaffee und Kuchen. Bei der Halloween-Party selbst waren dann etwa 130 Leute aus Daugzin und Umgebung da.

Nicht nur Jugendliche sollen sich in der Werkstatt treffen können

Die alte Werkstatt, die sich jetzt die „Dorf-Werkstatt“ nennt, soll aber auch zwischen den Festen für die Daugziner da sein. Für die alten, die jungen und die dazwischen, betont Holger Wendt. Es solle nicht darum gehen, einen extra Jugendklub einzurichten oder einen Seniorentreff. Alle Generationen sollen dabei sein. Wann immer sich Einwohner in der Werkstatt treffen möchten, um etwas gemeinsam zu machen oder einfach nur zu quatschen, könnten sie sich einfach an ihn wenden. Mit einer Skatrunde zum Beispiel funktioniere das schon sehr gut.

Beflügelt von so viel Zuspruch hat die Dorfgemeinschaft auch schon Pläne für die nächsten Wochen und das kommende Jahr. So wurde für den 30. November eine Adventsbastelei organisiert, eine Schulung mit dem ADAC ist in Planung ebenso wie eine Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse mit dem DRK.

Die Werkstatt wurde schon in der DDR für handwerkliche Arbeiten genutzt

Und dann könnte noch eine Sache wiederbelebt werden, die unmittelbar mit der alten Hängerwerkstatt zu tun hat. Die diente zu DDR-Zeiten nämlich auch der „Produktiven Arbeit (PA)“, einer speziellen Form des Unterrichts, bei dem Schüler in Betrieben tätig waren.

Da Werkbänke und Werkzeuge noch vorhanden sind, könnten dort zum Beispiel unter Anleitung Vogelhäuschen gebaut werden, kann sich Holger Wendt vorstellen. Aber natürlich sollen auch künftig die Feste der Dorfgemeinschaft nicht zu kurz kommen. Tannenbaumverbrennen, Osterfeuer oder was sich die Daugziner auch sonst noch so einfallen lassen.