VORPOMMERN

Demokratiezentrum sieht Rechtsextremismus im Wandel

Das Regionalzentrum für Demokratie in Anklam hält die rechtsextremistische Szene für weniger martialisch als in den 90ern. Die Strukturen seien jedoch weiter vorhanden.
dpa
Nur weil die NPD in Parlamenten keine Sitze mehr habe, sei sie nicht verschwunden, warnt Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD).
Nur weil die NPD in Parlamenten keine Sitze mehr habe, sei sie nicht verschwunden, warnt Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD). Jens Büttner
Anklam.

Die rechtsextremistische Szene in Vorpommern ist nach Angaben des Regionalzentrums für Demokratie in Anklam im Wandel. „Sie agiert nicht mehr so martialisch wie in den 1990er Jahren. Aber die Menschen sind da”, sagte Leiterin Delphine Wollenberg am Donnerstag im Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Er informierte sich auf seiner Reise durch den Landkreis Vorpommern-Greifswald über die Arbeit des Zentrums, das insbesondere Multiplikatoren wie Lehrer und Erzieher berät. Es gehe darum, den Alltag demokratischer zu gestalten, keine fremdenfeindlichen Äußerungen zuzulassen und mit extrem rechten Strukturen umzugehen. Diese seien vorhanden. Eine Strategie der extrem Rechten sei die Bildung wirtschaftlicher Netzwerke.

Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) warnte in der Gesprächsrunde davor, die NPD und die AfD zu unterschätzen. Nur weil die NPD in Parlamenten keine Sitze mehr habe, sei sie nicht verschwunden. Der Geschäftsführer der Regionalzentren für Mecklenburg-Vorpommern, Christian Utpatel, machte darauf aufmerksam, dass die Zivilgesellschaft in Ostdeutschland keine Tradition habe. „Demokratie wurde jahrelang nicht gelebt”, sagte er. Auch die Strukturschwäche ländlicher Räume und die Abwanderung spielten eine Rolle.

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