DESINFEKTIONSMITTEL

Bedarf an Ethanol aus Anklam geht deutlich zurück

Die Versorgungslage hat sich offenbar auch bei Händedesinfektionsmitteln deutlich entspannt. Das spürt auch die Anklamer Zuckerfabrik. Dort wird nun Ethanol nicht mehr nur an Apotheker und Hersteller von Desinfektionsmitteln geliefert, sondern auch wieder an die Kraftstoffbranche.
Während zu Beginn und in der Hochzeit der Corona-Pandemie der Andrang auf Ethanol aus der Zuckerfabrik groß war, ha
Während zu Beginn und in der Hochzeit der Corona-Pandemie der Andrang auf Ethanol aus der Zuckerfabrik groß war, hat die Nachfrage inzwischen deutlich abgenommen. Anne-Marie Maaß
Anklam.

Zurück zur neuen Normalität, so lautet das Motto, das gerade für viele gesellschaftliche, aber auch wirtschaftliche Bereiche während Corona-Pandemie ausgegeben wird. Den Ausnahmezustand hat auch die Anklamer Zuckerfabrik gut überstanden.

Zu Beginn der Krise war sie für viele Apotheker ein Notanker, um die Versorgung mit Händedesinfektionsmitteln vor allem für den medizinischen Bereich absichern zu können. Während fertig hergestellte Mischungen knapp waren, konnte die Zuckerfabrik den wichtigen Grundstoff Bioethanol zu Tausenden Litern unvergällt ausgeben, damit die Apotheker daraus selbst Desinfektionsmittel herstellen konnten.

Nächste Abgabe erst wieder im Juni

Mittlerweile hat sich die Lage allerdings so weit entspannt, dass auch die Nachfrage von den Apothekern deutlich zurückgegangen ist. Aufgrund des geringen Bedarfs ist eine erneute Ausgabe erst im Juni wieder geplant, informiert Unternehmenssprecherin Birte Noll. Zuletzt hatten die Apotheker Anfang Mai die Möglichkeit, das Ethanol direkt von der Fabrik abzuholen. Aktuell werden zudem auch Einzeltermine zur Abholung vergeben, heißt es von der Zuckerfabrik. Man sei jedoch weiter gut gerüstet, sollte etwa die Öffnung für den Tourismus im Land wieder zu einer erhöhten Nachfrage führen.

Darüber hinaus werden auf dem Gelände nach wie vor nahezu täglich mehrere Tanklastwagen abgefertigt, die das Ethanol ebenfalls zur Herstellung von Händedesinfektionsmitteln in nahezu alle Bundesländer liefern. Doch auch bei den Herstellern der Mittel sei die Nachfrage inzwischen zurückgegangen, so das Fazit des Anklamer Unternehmens. Die Nachfrage sei auch von der allgemeinen Verunsicherung über den weiteren Verlauf der Pandemie geprägt.

Ethanol wird jetzt wieder für die Beimischung in Benzin verwendet

Für die Anklamer Zuckerfabrik beginnt somit nun wieder das „normale“ Tagesgeschäft. So wird die Abgabe von Ethanol an die Kraftstoffbranche nach einer mehrwöchigen Unterbrechung derzeit wieder aufgenommen. Beispielsweise werde in dieser Woche ein Ganzzug mit Ethanol verladen, der zur Beimischung in Benzin gedacht ist, erklärt Birte Noll. Allerdings spüre das Anklamer Unternehmen auch in diesem Marktsegment derzeit noch Verunsicherungen, obwohl die Einschränkungen in der Mobilität bereits weitestgehend zurückgenommen wurden.

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