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Der Chef-Arzt der Kinderklinik schweigt

Die Anklamer Kinderklinik könnte es bald nicht mehr geben.
Die Anklamer Kinderklinik könnte es bald nicht mehr geben.
Simon Voigt

Der Sozialausschuss traf sich zur Sondersitzung, da die Kliniken im Landkreis alles andere als gut da zu stehen scheinen. Die drängenden Fragen sollte Thorsten Wygold beantworten, dessen Greifswalder Uni-Klinik die Anklamer Kinderstation betreibt. Allein: Er tat es nicht.

Nein, dazu könne er nichts sagen. Thorsten Wygold, ärztlicher Vorstand der Greifswalder Universitätsklinik verweist immer wieder auf laufende Verhandlungen und ungelegte Eier, über die er nicht sprechen wolle oder könne. Dabei war der Mediziner zusammen mit anderen Klinikleitern und -betriebsräten des Landkreises extra nach Karlsburg gereist, um dem Sozialausschuss des Landkreises Rede und Antwort zu stehen. Dort herrscht Sorge, dass am Kreiskrankenhaus in Wolgast Kürzungen oder gar Schließungen bestimmter Abteilungen drohen.

Und in Anklam? Da deuten sich mit den Veränderungen in der Kinderklinik auch Probleme für andere Abteilungen an. In beiden Fällen ist die Greifswalder Universitätsmedizin als Unternehmen zuständig.

Doch viel klüger ist man auch nach zwei Stunden angestrengter Befragung nicht. „Mauertaktik“, nennt der Ausschussvorsitzende Bernd Schubert (CDU) das, was der Greifswalder Klinik-Vorstand da betreibt. Dann brauche man sich nicht wundern, wenn die Gerüchteküche weiter brodelt, so Schubert. Entlassungen, Kündigungen, seltsame Dienstanweisungen. Schubert und seine Kollegen haben da jede Menge Material zusammengetragen. Doch Thorsten Wygold lässt sich davon nicht irritieren.

Funktioniert Geburtshilfe ohne Kinderklinik?

Fest steht: Die Anklamer Kinderklinik in ihrer jetzigen Form wird es wohl nicht mehr lange geben. Das ist spätestens seit einigen Wochen klar. Doch damit verbinden sich auch Probleme für die anderen Abteilungen. Die gehören nicht zur Universität, sondern zur Unternehmensgruppe Ameos. Doch Gynäkologie und Geburtshilfe, funktioniert das überhaupt ohne Kinderklinik? Die Ärztekammer des Landes vertritt da offenbar eine sehr klar Meinung: Nein! So zitiert Bernd Schubert (CDU) jedenfalls aus Dokumenten des Sozialministeriums.

Sind die Einsparungen in Anklam also nur ein erster Schritt zum Abbau der Klinik? Die Chefs zucken vorerst mit den Schultern. Anklams Krankenhausdirektor Stefan Fiedler betont: „Der Standort steht nicht infrage.“ Das gelte auch für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Doch wie man die Arbeit kindermedizinisch absichern will, dass können weder er noch Thorsten Wygold derzeit erklären.

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