TRAUERFEIER

Der Kapitän der Pommernkogge geht auf seine letzte Reise

Die Pommernkogge „Ucra“ soll bis Ende Mai zu einer weiteren Ausbildungsfahrt starten. Die Vereinsmitglieder trainieren zuvor an einem Modell den richtigen Umgang mit den Leinen und dem Segel. Am 13. Juni verabschiedet sich die Crew mit einer Trauerfeier an Bord von Koggenkapitän Werner Löwe.
Das Koggenmodell gibt es schon länger, jetzt ist es für Ausbildungszwecke  umgebaut worden.
Das Koggenmodell gibt es schon länger, jetzt ist es für Ausbildungszwecke umgebaut worden. ZVG/Koggenverein
Das Rahsegel der Pommernkogge „Ucra“ muss fachmännisch bedient werden, damit es das Schiff auch voranbringen
Das Rahsegel der Pommernkogge „Ucra“ muss fachmännisch bedient werden, damit es das Schiff auch voranbringen kann. Die ehrenamtliche Besatzung trainiert dazu den Umgang mit den Leinen. NK/Archiv
Die Pommernkogge war das Lebenswerk von Werner Löwe.
Die Pommernkogge war das Lebenswerk von Werner Löwe. Lutz Storbeck/Archiv
An diesem kleinen Modell üben die Vereinsmitglieder unter anderem das Segelsetzen.
An diesem kleinen Modell üben die Vereinsmitglieder unter anderem das Segelsetzen. ZVG/Koggenverein
Ueckermünde.

Auf der faulen Haut gelegen haben sie nicht, die Mitglieder des Traditionsschiffsvereins „Ucra – die Pommernkogge“. Zwar hat die Corona-Krise den Zeitplan etwas durcheinandergebracht, sagt Vereinschef Lothar Hoffmann. Und dazu war auch noch nicht ganz klar, wann denn nun die Kogge ganz offiziell wieder fahren kann. Zwar gibt es dazu Gesetzestexte, doch die sind auf die Passagierschifffahrt gemünzt. „Wie das mit der Kogge ist, geht daraus nicht eindeutig hervor“, sagt der Vereinschef. Aber: Seit Montag ist klar, dass auch die „Ucra“ nun wieder fahren kann.

Zuvor aber wird ein im Vergleich mit der echten Kogge eher kleines Modell eine große Rolle spielen. Einst wurde das gebaut, um im Windkanal Messwerte zu liefern und anschaulich zu machen, wie später einmal die große Kogge im Wind und im Wasser liegen könnte. „Wir haben dieses Modell nun noch etwas ergänzt“, sagt der Vereinschef. Das Ziel ist es, das Rahsegeln, die Kommandogabe und die Leinenführung an eben diesem Holzmodell zu trainieren.

Jetzt wird geübt!

Üben wird das die Crew, und das möglichst bald, wenn es nach dem Vereinsvorsitzenden geht. Immerhin wollen die Koggenleute bald das Rahsegel setzen. Das aber ist nicht so einfach und will geübt sein. Dazu müssen die Frauen und Männer genau wissen, welche Leinen zu lösen, zu bewegen oder festzumachen sind. Und welche Kommandos wie zu befolgen sind, damit es flutscht. Das klingt etwas militärisch, sagt Lothar Hoffmann, aber es ist notwendig, damit der Crew die Handgriffe in Fleisch und Blut übergehen. Anderenfalls, also bei einem Törn mit Passagieren etwa, könnte womöglich heilloses Durcheinander entstehen.

Die Fahrten sollen nicht an Kleinigkeiten scheitern

Das wollen die Koggen-Leute natürlich vermeiden. Auch, dass die nächsten Fahrten womöglich an Kleinigkeiten scheitern. „Wir haben noch hier und da einige Dinge erledigt, die auf der Barther Werft wegen des Zeitdrucks nicht stattfinden konnten“, sagt der Vereinschef. Unter anderem ging es um die Maschine, an deren Auspuffanlage ein speziell gefertigtes Auspuffteil montiert werden musste, es wurden Filter gewechselt und anderes mehr. Was einmal mehr zeigt: So eine Kogge braucht ständige Pflege. Bei diesen Arbeiten an Bord, sagt Hoffmann, sei natürlich darauf geachtet worden, dass Mindestabstände eingehalten und auch sonstige Vorschriften beachtet wurden. „Es ist in kleinen Teams gearbeitet worden.“

An Bord der „Ucra“ gibt es einen stillen Abschied

Die erste Ausbildungsfahrt mit Segelmanöver soll Ende Mai, Anfang Juni starten. Der Verein will möglichst keine Zeit mehr verlieren, um dann fit zu sein für kommende Törns. Es hat aber auch etwas mit einem anderen Ereignis zu tun. „Am 13. Juni soll die Trauerfahrt für Werner Löwe stattfinden, mit der Seebestattung“, informiert Hoffmann. Zwar wird dieses Zeremoniell von Bord der „Jan van Cuijk“ der Reederei Peters aus stattfinden. Zuvor aber wird es an Bord der Pommernkogge „Ucra“ noch einen stillen Abschied vom Koggenkapitän Werner Löwe geben. Diese Trauerfeier auf der Kogge wird um 9 Uhr beginnen. Die Crew und unter anderem Torgelows Bürgermeisterin Kerstin Pukallus werden sich von dem verdienten Seemann verabschieden, bevor dann die „Jan van Cuijk“ zur Seebestattung ablegt.

Zu dieser Trauerfeier werden zahlreiche Gäste erwartet. Unter anderem die Seesportler aus Ueckermünde und Anklam und mit Sicherheit auch viele Skipper aus Ueckermünde. Es wird ein großer Korso werden, vermutet Lothar Hoffmann, und natürlich wird die Kogge ihrem einstigen Kapitän auch das letzte Geleit geben. Nach der Seebestattung will dann die Crew das Rahsegel setzen, dann soll alles klappen – ganz so, wie es sich Werner Löwe gewünscht hätte.

 

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