Peenetal bei Anklam

Rad-Demonstranten fühlen sich von Politik ignoriert

Für die Demo wurde die B110 kurzzeitig komplett gesperrt.
PEENETAL BEI ANKLAM
Am Samstag schwangen sich wieder rund 80 Raddemonstranten auf ihre Drahtesel, um für den Radwegebau im Peenetal zu demonstrieren.

„Es ist frustrierend”, bilanziert Marcel Falk, Stolpes Bürgermeister und Vorsitzender des Vereins „Vorpommersche Dorfstraße”. Seit 15 Jahren demonstrieren sie Jahr für Jahr dafür, dass endlich straßenbegleitende Radwege im Peenetal gebaut werden – getan habe sich bis auf leere Versprechungen nichts, wie Falk sagt. „In einem Jahr, in dem keine großen Wahlen anstehen, ist auch das Interesse der Politiker begrenzt”, resümierte er bei der Eröffnung. Neben Falk begrüßte lediglich Steffen Ahmels von der ADFC Regionalgruppe Greifswald-Usedom die rund 80 Radler, die sich in Anklam am Samstag gegen 10 Uhr auf dem Markt versammelten und dann gemeinsam in Richtung Stolpe starteten.

Bei Görke wurde die B 110 für die Demonstration eine Viertelstunde lang komplett gesperrt. Ein Großteil der Autofahrer, die deshalb eine Zwangspause einlegen mussten, zeigte dafür durchaus Verständnis. Ob die Aktion allerdings auch von den richtigen Leuten wahrgenommen werde und Früchte trägt, bezweifelten sie durchaus.

Auch Marcel Falk wirkt nach den langen Jahren des Protests durchaus skeptisch. Zuletzt sei von einem möglichen Baubeginn des Radwegs von Anklam nach Stolpe 2021 die Sprache gewesen. Dann allerdings wurden die Pläne auch in Sachen Ausbau der Bundesstraße B 110 vorgeschoben. „Wenn wir jetzt ruhig sind, passiert bis 2030 gar nichts” prophezeit Marcel Falk düster. „Zuletzt war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Anklam, um über die Entwicklung der ländlichen Räume zu sprechen. Hier könnte ein konkretes Zeichen gesetzt werden. Ohne die notwendige Infrastruktur, auf die wir aber leider keinen Einfluss haben, können wir uns als Gemeinde nicht weiterentwickeln”, ergänzte er.

Bei der Demo waren auch viele Bürgermeister und Stellvertreter aus den anderen Gemeinden entlang der Peene dabei, wie etwa aus Görke, Neetzow oder auch Quilow. Die Forderungen für neue Radwege schließt neben der B 110 auch die Nordseite entlang der L 263 von Gützkow nach Ziethen mit ein, um die Runde zu vervollständigen.

Was bei der Demo in diesem Jahr durchaus auffällig war: Vor allem die kleinen Gemeinden entlang der Peene waren gut vertreten – auch aus der lokalen Politik. Vertreter aus den größeren Orten und sogar aus Anklam suchte man jedoch vergebens – weder Stadtvertreter noch Mitglieder der Stadtverwaltung nahmen an der Demonstration teil. Marcel Falk wollte dies nicht weiter kommentieren, außer, dass das Fehlen natürlich schade sei und er durchaus auf mehr Unterstützung gesetzt hätte.

Anne-Marie Maaß

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